| JAHR | TAG / ZEITRAUM | EREIGNIS | KOMMENTAR | DOKUMENTE | |
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| 1912 | 24.10.1912 | Geburt in Plauen / Vogtland Eltern und Vorfahren | "Am 24. Oktober 1912 wurde ich in Plauen/Vgtld. geboren. Mein Vater Oskar Petzold war Musterzeichner in der Spitzen- und Gardinen-Industrie. Meine Mutter Magdalena geb. Anacker entstammte einer Familie, der durch Generationen hindurch Pfarrer und Musiker das Gepräge gaben. (Der Thomaskantor Christian Theodor Weinlig gehörte zu ihren Vorfahren.) Auch in der Petzoldschen Familie fehlte das musikalische Erbe nicht. So gehörte die Liebe zur Musik und ihre Ausübung in bescheidenen Grenzen zum täglichen Brot in unserer Familie, das im übrigen recht schmal war." "Mein Großvater mütterlicherseits war lange Jahre (bis 1926) Pfarrer in Syrau bei Plauen. Er, Ludwig Anacker, war ein Enkel des Freiberger Domkantors und Komponisten August Ferdinand Anacker, dessen 'Bergmannsgruß' sich bis in unser Jahrhundert hinein lebendig erhalten hat. Aber auch von der Vaterseite stammte das musikalische Erbe: Mein Urgroßvater Eduard Petzold war in Plauen und Auerbach als Musiklehrer tätig und starb hochbetagt 1913 als Stadtmusikdirektor in Auerbach i. V." | Lebenslauf vom 9.8.1964 und Lebenslauf für Plauen ohne Datum | |
| 1912 - 1924 | Kindheit in Plauen und Syrau | "Ich habe allen Grund, sehr dankbar zu sein: dankbar für die Liebe meiner Eltern, dankbar für mein Ersatz-Elternhaus, das Syrauer Pfarrhaus, wo wir alle Ferien in herrlicher Freiheit verbrachten und viele Wochenenden, dankbar für alles das, was die gelähmte und so vielseitig begabte Schwester meines Vaters, Tante Anna, mir vermittelte. Ich kann mich nicht erinnern, wer mir das Singen, die Noten und die Liebe zur Musik beigebracht hat. Ganz sicher war sie es." | Ansprache zum 70sten Geburtstag am 24.10.1982 | ||
| 1917 | 03.04.1917 | Geburt der Schwester Käthe | |||
| 1919 | Ostern | Aufnahme in die Volksschule | Zensurbuch | ||
| 1921 | 02.03.1921 | Tod des Vaters | "Schwerkrank (Lungen-Tuberkulose) war mein Vater aus dem 1. Weltkrieg zurückgekehrt. Er starb 1921 und hinterließ meine Mutter mit mir und meiner 1917 geborenen Schwester. Die Rente, auf die wir angewiesen waren, war gering. So kam der Besuch einer höheren Schule für mich zunächst nicht in Frage, ebensowenig ein Musikunterricht. Auf diesem Gebiet half ich mir selber weiter bis zum Spiel von leichten Sonatinen auf dem Klavier." | Lebenslauf vom 9.8.1964 | |
| während der Volksschulzeit | Erholungsaufenthalte | 1919/20 Erholungsaufenthalt in Auerswalde; 1921/22 Erholungsurlaub in Bad Elster; 1926 Erholung in Heuberg. "Als Kind hatte ich bereits eine geschlossene Lungen-Tbc gehabt." | Zensurbuch und Lebenslauf vom 9.8.1964 | ||
| 1924 | Erster Musikunterricht bei Julius Gatter | "Bis zum 12. Jahr hab ich mir dann selber das Klavier- und Harmoniumspielen schlecht und recht beigebracht, mit Noten und ohne Noten. Was Gescheites wäre aber daraus nicht geworden, wenn nicht Frau Bock gewesen wäre. Das war nicht etwa eine Musiklehrerin, nein, eine ganz simple Flickfrau, die bei den Großeltern Näharbeiten machte. Zu ihrer Kundschaft gehörte auch der damals beste Musikpädagoge in Plauen, Komponist und Chorleiter Julius Gatter. Sie sorgte dafür, daß der kleine Hans dem großen Musiker vorgestellt wurde, und der nahm ihn sofort unter seine Fittiche und gab ihm jahrelang kostenlos (!) Klavierunterricht." | Ansprache zum 70sten Geburtstag am 24.10.1982 | ||
| 1926 | Ostern | Aufnahme in die Aufbauschule | "Er (Julius Gatter) blieb mein Lehrer, als ich 2 Jahre später zur Aufbauschule (dem ehemaligen Seminar) kam, wo ich 1932 die Reifeprüfung ablegte. Diesem Lehrer verdanke ich nicht nur eine solide Grundlage im Klavierspiel, sondern auch weitgehende Kenntnisse in Harmonierlehre (Funktionstheorie) und die Liebe und Verehrung für das Werk Johann Sebastian Bachs. (In zwei Hausmusiken unserer Schule spielte ich das Italienische Konzert und die Chromatische Fantasie und Fuge.) Der sonstige Unterricht der Aufbauschule hatte seinen Schwerpunkt in Deutsch und Geschichte; als Fremdsprachen wurden Latein und Englisch gelehrt." "Der im Plauener Kulturleben bekannte Harry Müller (Verfasser des Riemenschneider-Schauspiels) war ein Schulkamerad von mir." | Lebenslauf vom 9.8.1964 und Lebenslauf für Plauen | |
| 1928 | August | Erste datierte Komposition | O wunderbares, tiefes Schweigen (Morgengebet), Text von Joseph von Eichendorff, Melodie und Satz für vier gem. Stimmen oder Klavierbegleitung (JP_ID 1134) | Werkverzeichnis | |
| 1932 | 05.03.1932 | Reifezeugnis der Aufbauschule | "Ganz besonders gewinnt die D(eutsche) O(berschule) an Bedeutung durch die Stellung, die die Kunst in ihrem Rahmen einnimmt. Während sich alle anderen Schulen mit Zeichen- und Gesangsunterricht begnügen, hat die D. O. als erste höhere Schule das Instrumentenspiel in den Stundenplan aufgenommen. Dadurch wird endlich das weite Gebiet der deutschen Instrumentalmusik - die vielleicht die größte schöpferische Leistung der Deutschen darstellt - für die Schule fruchtbar gemacht. Denn erst, wenn der Schüler selbst musiziert, kann er fief genug in das Wesen der Musik eindringen. (...) Dazu kommt noch die hohe erzieherische Bedeutung des gemeinsamen Musizierens. Wenn in unseren Hausmusiken fast die ganze Schule mitwirkt, so bedeutet dieser gemeinsame Dienst an der Kunst für den einzelnen ein Erlebnis von bildender / einigender Kraft." | Reifezeugnis und "Mulusrede" an Lehrer, Eltern und Kameraden | |
| 30.04.1932 | Immatrikulation an der Universität und am Pädagogischen Institut Leipzig | "Das Vorbild meines Lehrers (Gatter, CP) war für meinen Berufswunsch bestimmend. Ich wollte dasselbe werden wie er: Musiklehrer, Chorleiter und Komponist. Doch am Konservatorium in Leipzig kam ich über die Aufnahmeprüfung nicht hinaus: Ich bestand sie zwar mit gutem Erfolg, aber ich hatte kein Geld für die Studiengebühren. So resignierte ich und meldete mich zum Studium beim Pädagischen Institut der Universität Leipzig an. Für diese 3-jährige Ausbildung zum Volksschullehrer bekam ich ein Stipendium, das für das Notwendigste reichte. Die Ausbildung war nicht schlecht (Orgel: Max Fest, Tonsatz und Chorleitung: Heinrich Werlé)." | Lebenslauf vom 9.8.1964 | ||
| 30.05.1932 | Mitglied im "Neuen Sächsischen Lehrerverein" | Mitgliedskarte | |||
| 01.09.1932 | Erste Begegnung mit Samuel Rothenberg auf einer Chorfahrt durch Sachsen | "Als wir uns erstmals am 1.9.1932 begegneten, war er 19! Über ein halbes Jahrhundert waren wir miteinander verbunden. Wie viele Begegnungen, Gespräche, Briefe...! Wie viele gemeinsame Publikationen!" Samuel Rothenberg bescheinigt dem Freund nach dem Krieg im Blick auf die Zusammenarbeit während der Zeit des Nationalsozialismus: "Er gehörte zu dem tragenden Kreis eines 'Rüstbriefes der jungen Gemeinde', an dem er regelmäßig mitarbeitete, bis dieser durch den Eingriff der Gestapo im September 1943 verboten wurde. Ferner arbeitete er an der Jahresgabe eines Freundeskreises mit, die trotz Verbot der Gestapo im April 1943 bis zum Jahre 1945 weiter verbreitet wurde und bei der er noch im Jahre 1944 mit einem Beitrag vertreten war." In den beiden von S. Rothenberg herausgegebenen Reihen "Das Aufgebot. Rüstlieder einer jungen Gemeinde" und "Lieder einer jungen Gemeinde" erschienen viele Melodien und Chorlieder Petzolds zum ersten Mal, insbesondere Vertonungen der Texte von Jochen Klepper und Gerhard Fritzsche. Zwei davon finden sich noch gegenwärtig in vielen Gesangbüchern: Der Kanon "Gott, weil er groß ist" nach einem Text des Angelus Silesius (1942) und Kleppers Tauflied "Gott Vater, du hast deinen Namen" (1941). (CP) | Brief vom 30.5.1985 an Hiltrud P. und Gutachten Samuel Rothenbergs vom 30.4.1946 | ||
| "erste Zeit des Studiums" | Begegnung mit der Singbewegung | "In die erste Zeit meines Studiums fällt meine Begegnung mit der Singbewegung, die mich fortan nicht losließ und für mich in einer Weise bestimmend wurde, die über das Musikalische weit hinausging. Zunächst lernte ich sie als ausgesprochene "Laien-Bewegung" kennen, nahm dann aber auch an Singwochen bei Alfred Stier und Hugo Distler teil. Dreierlei verdanke ich der Singbewegung: 1. Liebe und Begeisterung für das alte Lied, geistlich und weltlich, für die elementare Ausdruckskraft der modalen, rhythmischen Weisen, für die Chormusik von Johann Walter bis Schütz … 2. Freude an der singenden Gemeinschaft und am gemeinsamen Leben überhaupt, Sinn für Chorführung und Chorerziehung. 3. ein neues und freudiges Erfassen der im reformatorischen Lied ausgesprochenen Glaubensinhalte." | Lebenslauf vom 9.8.1964 | ||
| 1933 | Januar 1933 | Erste Liedsätze veröffentlicht | In dem von Samuel Rothenberg herausgegebenen "Freude und Kraft. Ein Singebüchlein für die Freundeskreise des Jugendbundes für E(ntschiedenes) C(hristentum)" werden drei im Jahr 1932 entstandene Liedsätze für gleiche Stimmen veröffentlicht: Auf, du junger Wandersmann (JP_ID 1119), Wer jetzig Zeiten leben will (JP_ID 1120) und Geh aus, mein Herz (Mel. von A. Harder) (JP_ID 1121). | Werkverzeichnis | |
| 07.07.1933 | Mitglied der SA (bis März 1942) | "Als Lehrstudent war ich 1933 der SA, nicht aber der Partei beigetreten (7.7.33; Austritt im März 1942). Ich war damals auf staatliche und städtische Beihilfen angewiesen und wäre benachteiligt worden, wenn ich nicht mindestens einer Gliederung der Partei angehört hätte. Irgendwelche Funktionen habe ich weder in der Partei noch in der SA ausgeübt. Bei meinem Austritt aus der SA ... 1942 war ich 'Sturmmann' (vorletzter Dienstgrad). " | Gesuch um Rehabilitierung vom 26.7.1946 | ||
| während des Studiums | Mitglied im DCSV und im "EC" | "Während unserer Studienzeit in Leipzig gehörten wir beide der damaligen Deutschen Christlichen Studenten-Vereinigung (DCSV) an. Obwohl diese Vereinigung ... im Jahre 1938 ... als staatsfeindlich aufgelöst und verboten wurde, hat Herr Petzold die Verbindung mit den ehemaligen Mitgliedern nicht aufgegeben. Im Gegenteil..." (Erhard Wonneberger) Die Mitgliedschaft im "Jugendbund für Entschiedenes Christentum" geht aus dem 1934/35 veröffentlichten ersten Zeitschriftenartikel von JP hervor, in dem er von "unserem Bund" schreibt (siehe dort). (CP) | Zeugnis Erhard Wonnebergers vom 27.6.1946 | ||
| Kompositionen 1933 | O Haupt voll Blut und Wunden, Choralphantasie für Orgel (JP_ID 1131 unveröffentlicht) u. a. | Werkverzeichnis | |||
| während des Studiums | Interesse für Philosophie und Kulturgeschichte | Bleibende Eindrücke an der Universität vermitteln ihm die Professoren Felix Krüger (1874 - 1948; Psychologie, Rektor der Universität 1935/36) und Theodor Litt (1880 - 1962; Philosophie und Pädagogik). Bei diesem hört er im Sommersemester 1933 eine Vorlesung über "Die Philosophie Kants und ihre Nachwirkungen", bei jenem im Winteremester 1933/34 "Entwicklung und Kerngehalt der deutschen Philosophie". Außerdem hört er im Wintersemester 1932/33 eine Vorlesung von Hermann August Korff (1882 - 1963; Literaturhistoriker) über "Die deutsche Dichtung in der Kulturkrisis des Abendlandes" und im Wintersemster 1934/35 "Die Anfänge der Goethezeit (Sturm und Drang)". | Lebenslauf vom 9.8.1964 und Studienbuch der Universität Leipzig | ||
| 1934 | Ende 1934 oder Anfang 1935 | Erster Artikel in einer Zeitschrift | Unter der Überschrift "Neues Singen im Jugendbund für EC" berichtet JP von "Singfahrten" 1932 bis 1934 und wendet sich schroff gegen die gefühlsbetonten "Reichslieder". Er stellt diesem "sentimentalen Singen ... die demütige und zugleich männliche, die ehrfürchtige und zugleich grenzenlos vertrauende Haltung, de(n) Glaubensernst, die innere Wahrhaftigkeit und nicht zuletzt de(n) Sinn für die Gemeinde" entgegen, der aus den reformatorischen Liedern spricht. An Textbeispielen macht er klar, was er meint: "Dort: 'Welch Glück ist's, erlöst zu sein', hier: 'Nun bitten wir den heiligen Geist'; dort: 'Ich hab einen herrlichen König', hier: 'Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort'; dort: ''Komm zu dem Heiland', hier: 'Er sprach zu mir: Halt dich an mich!'" Und er resümiert: "Das war nicht 'altes' und 'neues' Lied, was hier gegeneinander stand. das waren zwei Welten." | Nun freut euch, liebe Christen g'mein! Gemeindeblatt für kirchliche Musik Nr. 3, 5. Jahrgang, S. 11f., Dresden ohne Jahreszahl | |
| 26.02.34 bis 05.05.34 | Teilnahme am Studenten-Arbeitsdienst in Pausa i. Vgtl. | Darüber informiert das von ihm aufbewahrte "Pflichtenheft": "Die Arbeit bestand in Teiche schlämmen, Forst-Arbeiten, Meliorationen, Planierungsarbeiten." Im abschließenden Führungszeugnis bescheinigt ihm Oberfeldmeister Mahler formelhaft: "Petzold hat den Sinn des deutschen Arbeitsdienstes allseitig erfaßt. Als guter Kamerad und Volksgenosse hat er die ihm übertragenen Dienstobliegenheiten jeder Zeit restlos und treu erfüllt." | Pflichtenheft Studenten-Arbeitsdienst 1943 | ||
| Wintersemester 1934/35 | Klavierunterricht bei Sigfried Grundeis | Zuvor Unterricht bei Wolf und Günther (CP). "Klavierunterricht hatte ich im letzten Semester bei Sigfried Grundeis." | Pädagogisches Institut Leipzig. Studiennachweis. Lebenslauf für Plauen | ||
| Kompositionen 1934 | König, gib uns Mut und Klarheit, Melodie zu einem Text von Zinzendorf (JP_ID 0637); Kleine Weihnachtskantate nach 3 Liedern von Nicolaus Hermann (JP_ID 0669 unveröffentlicht) u. a. | Werkverzeichnis | |||
| 1935 | Frühjahr 1935 | Abschlußarbeiten des Studiums | Für das Fach Praktische Pädagogik: "Die Bedeutung der Singbewegung und ihre Anwendung auf Musikerziehung und Musikpflege in der Volksschule." Für den Fachbereich Geschichte und Erziehung: "Vergleich von Kriecks und Pestalozzis Auffassung des erzieherischen Wertes der Musik." Für beide Arbeiten bekommt er "sehr gut (I)". | Typoskript; blau geheftet | |
| 06.061935 | Prüfungszeugnis für das Lehramt an Volksschulen | "Johannes Petzold hat hiernach die Prüfung - sehr gut bestanden - und damit die Befähigung zum Lehramt an Volksschulen in Sachsen erlangt." In allen Einzelfächern "sehr gut", in Leibesübungen "genügend". | Prüfungszeugnis der Universität Leipzig | ||
| 1935 bis 1940 | Volksschullehrer | "Nach der Abschlußprüfung trat ich in den Volksschuldienst." (Zunächst als Probe-, dann als Hilfslehrer; CP). "Ich unterrichtete (jeweils nur kurze Zeit) in Steinpleis, Brotenfeld-Tirpersdorf, Posseck, Landwüst, Unterwürschnitz und Marieney. In Marieney übte ich nebenamtlich das Kantorenamt aus bis zu meiner Einberufung 1940." | Lebenslauf für Plauen | ||
| Kompositionen 1935 | Melodie zum Text von J. Chr. Blumhardt: Daß Jesus siegt (JP_ID 0113; bis heute in Gesangbüchern zu finden); Kleine Kantate "Der Streit zwischen Sommer und Winter" nach einem Salzburger Volkslied (JP_ID 0170 unveröffentlicht); Chorlied "Weiß nit, wohin die Wegfahrt geht" nach einem Text von Gerhard Fritzsche (JP_ID 0962; abgedruckt in S. Rothenbergs "Das Aufgebot. Lieder einer jungen Gemeinde") u. a. | Werkverzeichnis | |||
| 1936 | Ärger in Steinpleis | "Als Probelehrer ... zog ich mir eine nachdrückliche Verwarnung durch den Schulrat (Schürer - Zwickau) und den Kreisamtsleiter dadurch zu, daß ich mich meinen Kollegen gegenüber offen gegen die antisemitische Hetze geäußert hatte, die 1936 neu einsetzte (1936 in Steinpleis)." | Gesuch um Rehabilitierung vom 26.7.1946 | ||
| Kompositionen 1936 | Lied mit Klavierbegleitung nach einem Text von R. A. Schröder: "Und wärest du viel ärmer noch (Marien Sohn)" (JP_ID 0903 unveröffentlicht) u. a. | Werkverzeichnis | |||
| 1937 | 01.05.1937 | Mitglied der NSDAP | "Am 1. Mai 1937 wurde ich Mitglied in der NSDAP. Als 24-jähriger Junglehrer, der seine Mutter zu unterstützen hatte, hielt ich die Sicherung meiner Berufsstellung für eine Pflicht. Andererseits konnte ich aus Gewissensgründen die NS-Weltanschauung in ihren totalitären Forderungen nicht bejahen. Als ich mehrfach zum Eintritt in die Partei aufgefordert wurde, machte ich mündlich und schriftlich meine Bedenken geltend, erhielt aber trotzdem im Herbst 1937 die Mitteilung, daß ich rückwirkend unter dem 1.5.37 aufgenommen sei." "Als wir Junglehrer 1937 aufgefordert wurden, in die NSDAP einzutreten, äußerte ich als Christ meine Bedenken, überließ jedoch - leider - die Entscheidung über meine Aufnahme anderen und wurde Mitglied." Die Mitgliedskarte ist am 15. Juni 1938 in München ausgestellt und trägt die Nummer 5816055. Als Ortsgruppe ist Landwüst durchgestrichen und durch Unterwürschnitz ersetzt worden. (CP) | Mitgliedskarte, Gesuch um Rehabilitierung vom 26.7.1946 und Lebenslauf vom 9.8.1964 | |
| Kompositionen 1937 | Vor allem vier Chorlieder nach Texten von Gerhard Fritzsche: Über unser deutsches Land (JP_ID 0901); Trost und Trotz der Christenheit (JP_ID 0897); Gelobt sei deine Treu (JP_ID 0381); Der Tag geht müd von hinnen (JP_ID 0176). Auch ein Chorsatz zu dem Text "Der Herr wird für uns streiten" von Heinrich Vogel (Mel. Joh. H. Schein; JP_ID 0159) | Werkverzeichnis | |||
| 1938 | Religionsunterricht | "Wie alle meine Freunde aus der evangelischen Jugendbewegung und der Altfreundschaft der DCSV stand ich der Bekennenden Kirche nahe. Als 1938 fast alle Lehrer 'spontan' den Religionsunterricht niederlegten (ohne daß dieser selbst abgeschafft wurde), machte es mir große Freude, den Unterricht der Kollegen mit zu übernehmen." | Lebenslauf vom 9.8.1964 | ||
| irgendwann in diesem Jahr 1938 | Die Nacht ist vorgedrungen | "Es war nicht der Ehrgeiz, der mich zum Melodien- und Chorsatz-Schreiber werden ließ, sondern der 'Bedarf'. Dem Freund aber muß ich ganz besonders dankbar sein, der mich auf Kleppers 'Kyrie' hinwies." "Als ich 1938 (nicht 39) die Melodie zu dem Advents-Text schrieb, wußte ich nicht, daß Gerhard Schwarz ihn schon vertont hatte. Vielleicht hätte ich es sonst nicht für nötig gehalten, eine eigene zu schreiben. Der Bärenreiterverlag übernahm in den weiteren Auflagen der "Neuen Weihnachtslieder" meine Melodie an Stelle der von G. Schwarz. Da sie sich schnell einbürgerte, wurde sie dann auch in das neue Gesangbuch, das EKG, aufgenommen." "Vor ein paar Jahren fand ich noch meine ersten Entwürfe zu der Melodie. Sie wichen, wie ich feststellen konnte, erheblich von der Endgestalt ab. Diese muß dann doch als ganzheitlicher Einfall plötzlich dagewesen sein. Vielleicht habe ich Kleinigkeiten daran noch zurechtgerückt. Denn ich entsinne mich, die Melodie jeder einzelnen Strophe "anprobiert" zu haben, bis sie jeder annähernd gleich gut paßte." | Ansprache zum 70sten Geburtstag 1982 und Brief an Vikar Bauer vom 4.5.1974 | ||
| Weitere Kompositionen 1938 | Chorlieder zu Texten von G. Fritzsche und R. Lörcher; "Die Weihnachtsgeschichte. Kleine Kantate nach zwei Liedern von Nicolaus Herman" (JP_ID 0234; 1939 bei Bärenreiter erschienen und 1964 noch einmal aufgelegt. | Werkverzeichnis | |||
| 1939 | 11.07.1939 | Gerichtstermin für Hiltrud Schaale | "In der Strafsache gegen Sie werden Sie zur Hauptverhandlung auf Dienstag, den 11. Juli 1939, vormittags 3/4 10 Uhr vor das Amtsgericht Plauen, Amtsberg 6, Zimmer 162, geladen." "Ihnen wird folgendes zur Last gelegt: Als Helferin in der Kirchgemeinde zu Theuma fuhren Sie am Sonntag, den 26. Juni 1938, nachmittags mit 5 jungen Mädchen, Angehörigen des evang. Jugenddienstes in Theuma auf Fahrrädern nach einem Gehölz bei Korna, in dem, wie Sie wußten, bereits die Pfarrersehefrau Garms mit 4 anderen jungen Mädchen sich niedergelassen hatten. Gemeinsam wurden dort Volkslieder gesungen und Unterhaltungsspiele veranstaltet, bis gegen 18 Uhr alle zusammen wieder nach Haus zurückfuhren. Sie wußten, daß den konfessionellen Jugendverbänden jede sportliche, insbesondere gelände- und volkssportliche Betätigung untersagt ist." | Ladung des Oberstaatsanwaltes beim Landgericht Plauen vom 4.7.1939 | |
| 12.07.1939 | Erster Besuch in Theuma | Am Tag nach dem Gerichtstermin besucht der Lehrer Johannes Petzold aus Marieney die Gemeindehelferin und Organistin Hiltrud Schaale in Theuma bei Plauen. Sie wurde am 12.2.1914 in Hunstig bei Gummersbach geboren. Der Vater Willy Schaale war dort als Prokurist in einer Jagdwaffenfabrik tätig, später dann als Handelsvertreter im Erzgebirge und in Dresden. Der "Stammort" der Familie Schaale ist Scheibenberg im Erzgebirge. Die Mutter Luise Schaale geb. Berndt war die Tochter eines Gefängnisinspektors in Döhlen (Sachsen). (CP) ""Meine Frau Hiltrud geb. Schaale entstammte einer alteingesessenen erzgebirgischen Handwerker- und Kleinbauernfamilie." | Tabellarischer Lebenslauf, Ahnenpaß, Lebenslauf für Plauen | ||
| 06.08.1939 | "Heimliche Verlobung" | "Meine Frau, Hiltrud geb. Schaale, war Mitglied der Bek.-Kirche und entschiedene Antifaschistin. Zur Zeit unserer Verlobung war sie Gemeindehelferin in Theuma i. V. (1937/39), wo sie wegen ihrer kompromißlosen Haltung im kirchlichen Unterricht mehrfach angezeigt, von Polizei und Gestapo verhört ... und in einem Falle gerichtlich belangt ... und verurteilt wurde (30 Tage Haft, die durch Amnestie entfielen)." | Gesuch um Rehabilitierung vom 26.7.1946 | ||
| 01.09.1939 | Kriegsbeginn | ||||
| 17.09.1939 | Offizielle Verlobung in Dresden | Hiltrud Schaale wechselt die Stelle und geht als Gemeindehelferin mit Kantorendienst nach Marieney und Wohlbach. "Auch sie war geprägt von der Singbewegung und hatte ein ähnlich handwerklich-schöpferisches Verhältnis zur Musik wie ich." | Lebenslauf vom 9.8.1964 | ||
| Kompositionen 1939 | Bleistift-Entwürfe von Melodien zu Texten Jochen Kleppers im Handexemplar des "Kyrie" von 1938 (unveröffentlicht); Chorlieder und Chorsätze, die bald in Liedblättern veröffentlcht wurden. Lieder mit Klavierbegleitung nach Texten von M. Claudius ("Hochzeitslied" JP_ID 0879) und Joh. Linke (JP_ID 1137 und 1138); Chorsatz "All Ding auf Erden, welche Pracht" (Text W. Vesper, Melodie Paul Geilsdorf, JP_ID 1198, unveröffentlicht) | Werkverzeichnis | |||
| 1940 | 12.02.1940 | Einberufung zum aktiven Wehrdienst | "Eingestellt bei 4./Inf. Ers. Batl. 304 Plauen i. V." | Wehrpaß | |
| 26.03.1940 | Heirat in Scheibenberg | "Der Lehrer, jetzt Soldat Johannes Oskar Petzold, evangelisch-lutherisch, wohnhaft in Marieney im Vogtland ... und die Gemeindehelferin und Organistin Hiltrud Luise Schaale, evangelisch-lutherisch, wohnhaft in Wohlbach im Vogtland ... haben am 26. März 1940 vor dem Standesamt Scheibenberg die Ehe geschlossen." | Heiratsurkunde | ||
| 15.04.1940 | Soldat in Westdeutschland, Belgien, Frankreich | "Verwendung im Heimatkriegsgebiet vom 18.4.40 bis 10.5.40; 13.5. - 23.5.1940 Wegnahme der Forts von Lüttich, 24.5. - 30.5.1940 Vormarsch durch Belgien, 3.6. - 4.6.1940 Verwendung im westl. Operationsgebiet während d. Schlacht in Flandern und im Artois, 5.6. - 25.6.1940 Verwendung im Operationsgebiet während der Schlacht in Frankreich, 26.6. - 2.7.1940 Besetzung Nordwestfrankreichs, 2.7. - 28.7.1940 Küstenschutz an der französischen Kanal- und Atlantikküste." "Schuetze Petzold hat als Angehoeriger der 8. (M.G.) Komp. I.R. 344 am 17.5.40 beim Sturm auf Fort d' Evegneé teilgenommen." | Tabellarischer Lebenslauf und Wehrpaß | ||
| ca. 10.08.1940 | Zurück nach Deutschland | "Urlaub in Wohlbach" | |||
| 30.08.1940 | Umzug nach Dresden | "Umzug nach Dresden (in die Wohnung der Eltern) V. beim Wehrbez.-K. beschäftigt"; "...kam im August 1940 zur Ersatz-Einheit in die Heimat zurück und erkrankte dort. Als Kind bereits hatte ich eine geschlossene Lungen-Tbc. gehabt. Durch die Anstrengungen des Militärdienstes war diese wieder aktiv geworden." | Tab. Lebenslauf; Lebenslauf vom 9.8.1964 | ||
| 28.11.1940 | Lazarett Coswig | "V. wegen akt. Tbc ins Lazarett Coswig", "29.11.40 - 18.4.41 Res.-Laz. Coswig Zitzschewig, Teillaz. Wettinstift" | Tab. Lebenslauf und Wehrpaß | ||
| 30.11.1940 | Geburt des Sohnes Christoph | in Dresden, Pfotenhauerstr. 90, im Johannstädter Krankenhaus | Geburtsurkunde | ||
| Kompositionen 1940 | Melodien und Chorlieder, z. B.: "Des Soldaten Morgenlied: Wenn früh die Sonn' über Berggipfel steigt" (Text Albert Bartsch, JP_ID 1919); "Laß, König, mich dein Zeuge sein" (Text Albert Bartsch, JP_ID 1040); "Abendmahl der Männer: So will ich, daß die Männer" (Text Jochen Klepper, JP_ID 0871); "Nun gib uns Pilgern aus der Quelle" (Text Otto Riethmüller, JP_ID 0762 u. a.); "Dein Heil ist uns beschieden" (Text Otto Riedel, JP_ID 0127) | Werkverzeichnis | |||
| 1941 | 18.04.1941 | Entlassung aus dem Lazarett Coswig | "aus Laz. entl., Tbc. geschlossen" | Tab. Lebenslauf | |
| 22.05.1941 | Ernennung zum Lehrer | "Auf meinen Wunsch war ich inzwischen als Lehrer ins Erzgebirge, die Heimat meiner Frau (bzw. deren Familie, CP), versetzt worden. Dort unterrichtete ich zunächst wieder einige Monate, bis Anfang 1942 eine neue Aktivierung der Tbc. eintrat, diesmal als offene (ansteckende) Erkrankung." | Lebenslauf vom 9.8.1964 und Berufungsurkunde | ||
| Sommer 1941 | Umzug nach Scheibenberg | Umzug in die Wohnung bei Gertrud Burghardt, Klingerstraße 6 (CP) | nach Tab. Lebenslauf | ||
| 29.07.1941 | Entlassung aus der Wehrmacht | "Die Wehrmacht entließ mich (Wehrdienstbeschädigung wurde anerkannt) nach mehrmonatigem Lazarett-Aufenthalt." | Lebenslauf vom 9.8.1964 und Wehrpaß | ||
| Herbst 1941 | Versetzung nach Hermannsdorf | Nach den Ferien Versetzung nach Hermannsdorf, später Umzug in das dortige Schulhaus (CP) | nach Tab. Lebenslauf | ||
| Kompositionen 1941 | Kanon "Sieh nicht auf dein kleines Werk" (Text Gerhard Fritzsche, JP_ID 0853); Melodien: u. a.: "Ich will mich fügen" (Text Gerhard Fritzsche, JP_ID 0556); "Gott Vater, du hast deinen Namen" (Text Jochen Klepper, JP_ID 0411); Chorlieder, z. B.; "Du bist der Herr" (Text Walter Krüger, JP_ID 0251); Kantate "Es gingen drei heilige Frauen" (JP_ID 1136, unveröffentlicht); Satz zu "Er weckt mich alle Morgen" (Melodie Rudolf Zöbeley, Text Jochen Klepper, JP_ID 0308) | Werkverzeichnis | |||
| 1942 | März 1942 | Austritt aus der SA | "Aus den Personalakten … ist ersichtlich, daß er von der NSDAP bzw. von der SA deswegen angegriffen wurde, weil er kirchliche Propaganda in der Schule durchgeführt hat bzw. nichts mit den 'Deutschen Christen' gemein haben wollte. Die Kreisleitung forderte seinerzeit Verfolgung der Anzeige des Ortsgruppenleiters, während ihm die SA-Standarte nahelegte, entweder als SA-Mann die Kirchenfrage ruhen zu lassen oder auszuscheiden, zumal er krank sei. Er bekam von der SA 2 Tage Bedenkzeit, worauf er sich, auch mit Rücksicht auf sein verschlechtertes Lungenleiden, für ein Ausscheiden aus der SA entschied und daraufhin 'wegen Krankheit aus der SA entlassen' wurde." | Bescheinigung. Aus den Personalakten des Lehrers Johannes Petzold von 1945 und 1946 | |
| März 1942 | Ende der Tätigkeit als Lehrer | Der Ausbruch der "offenen" Tuberkulose bedeutete das Ende der Tätigkeit als Lehrer - auch wegen der Ansteckungsgefahr für die Schüler. Damit war auch das Wohnen in der Schule zu einem andauernden Problem geworden. (CP) | Tab. Lebenslauf | ||
| 26.03.1942 | "Hiltrud Fehlgeburt" | "Christoph ca. 6 Wochen in Theuma" | Tab. Lebenslauf | ||
| 22.07.1942 | Kur in Görbersdorf | Johannes beginnt eine Kur in Görbersdorf (Schlesien) | Tab. Lebenslauf | ||
| August 1942 | Mutter und Kind nach Theuma | Hiltrud mit Christoph nach Theuma. Dort wieder Dienst als Gemeindehelferin | Tab. Lebenslauf | ||
| Kompositionen 1942 | Kanons: "Hermannsdorfer Glockenspruch: Herr, laß gedeih'n die Frucht" (JP_ID 0462); "Gott, weil er groß ist" (Text Johann Scheffler, JP_ID 0248); Chorlieder: "Daß unsre Zeit du selbst in Händen hältst" (Text Hiltrud Petzold 1940, JP_ID 0117); "Sankt Michael" (Text Otto Riedel; JP_ID 0830); Orgel: Partita "Herzlich lieb hab ich dich, o Herr" (JP_ID 2009, unveröffentlicht) . | Werkverzeichnis | |||
| 1943 | 19.03.1943 | Sohn Michael geboren | In Plauen wird der Sohn Michael geboren. | Tab. Lebenslauf | |
| Ostern 1943 | Michael wird getauft | Zur Taufe in Theuma bekommt der Vater Johannes Urlaub | |||
| April 1943 | Verlegung des Kranken | Johannes wird von Görbersdorf nach Coswig verlegt, um dort operiert zu werden. Die Operation wird nicht durchgeführt. Feldpostadresse: "V.K. Joh. Petzold, Res. Laz. Wettinhöhe, Radebeul 2, Abt. Krapenberg" | Tab. Lebenslauf | ||
| Frühling 1943 | Rückkehr der Familie | Hiltrud kommt mit den beiden Kindern von Theuma nach Hermannsdorf zurück. | Tab. Lebenslauf | ||
| 22.7.1943 | Entlassung aus dem Krankenhaus | Rückkehr des Vaters von Coswig - ohne Operation mit offener Tbc. entlassen. | Tab. Lebenslauf | ||
| Herbst 1943 | Besuch aus Plauen | Die Schwester Käthe kommt mit ihren beiden Zwillingssöhnen Jochen und Detlef und der Großmutter Magdalene nach Hermannsdorf. Sie flüchten vor den Bombardements in Plauen. Der Vater Fritz Rößler wird seit diesem Jahr in Rußland vermißt. Bis zum Sommer bleiben die Plauener in Hermannsdorf | Tab. Lebenslauf | ||
| Kompositionen 1943 | Chorlieder: "Einmal öffnet sich die Tür" und "Alles geschieht vor dir" (Text Gerhard Fritzsche, JP_ID 0302 und 0018)); Orgel: Kanonische Bearbeitungen zu "Der Mond ist aufgegangen" (JP_ID 1788, unveröffentlicht) | Werkverzeichnis | |||
| 1944 | Umzug innerhalb der Wohnung | "Ich glaube, wir müssen uns doch langsam auf einen neuen Umzug vorbereiten. Er (der Amtsarzt) führte ins Feld, daß das Wohnen hier tatsächlich nicht mehr statthaft sei und daß außerdem die Wohnung für einen ortsansässigen Lehrer, der sehr erwünscht wäre, sicher gelegentlich gebraucht würde." | Tab. Lebenslauf; Brief vom 09.07.1943 | ||
| Organistendienst | Inoffizieller Organistendienst von Johannes in Hermannsdorf | Tab. Lebenslauf | |||
| 06.06.1944 | Besuch in Schirgiswalde | "Am Tag der Invasion" fahren Johannes, Hiltrud und Christoph für 3 Wochen nach Schirgiswalde (zu einem Freund? CP). Michael bleibt in Hermannsdorf bei Hilde Tröger oder Wendlers. | Tab. Lebenslauf | ||
| Sommer 1944 | Die Plauener kehren nach Hause zurück | Großmutter Magdalene, Tante Käthe und die beiden Zwillinge Jochen und Detlef kehren über Theuma und Falkenstein nach Plauen zurück. | nach Tab. Lebenslauf | ||
| Kompositionen 1944 | Lieder mit Klavierbegleitung: "Sang die kleine Orgel leise" (Text Kurt Arnold Findeisen, JP_ID 1202, unveröffentlicht);"Ich bitt um keine andre Gunst" (Text Rudolf Alexander Schröder, JP_ID 1043, unveröffentlicht); Chorlieder: "Alle, die gefallen in Meer und Land" (Text Siegfried Goes, JP_ID 0014, unveröffentlicht); | Werkverzeichnis | |||
| 1945 | 13.02.1945 | Zerstörung Dresdens | Die Schwiegereltern Willy und Luise Schaale haben die Bombardierung überlebt. Lebenszeichen ohne Datum: "Wir sind gesund, aber ausgebombt. Martha lebt, die Anderen unbekannt." | Rot umrandete Karte "Lebenszeichen" und Erfahrungsbericht des Oberluftschutzführers Schaale | |
| Februar / März 1945 | Einquartierung | "Flüchtlinge, erst Ost- oder West-Preußen, dann Schlesier (bis 10 Leute gleichzeitig bei uns)" | Tab. Lebenslauf | ||
| Eintragungen 1945 ohne spezielle Datierung | Stichworte für 1945 | "Lehrer Schlegel", "Brandbombennacht", Herannahen der Fronten von Westen (später auch von Osten)", "Bau des Luftschutzkellers", "Einquartierung von Ukrainern in der Schule (unter uns)", "Deutsche Einheiten kommen durchs Dorf", "Feindliche Jagdflugzeuge", "Fahnenzwischenfall am 20.!" | Tab. Lebenslauf | ||
| 08.05.1945 | Kapitulation | "Kapitulation (vorher noch Panzersperren in der Umgebung)", "Auflösung der Wehrmacht-Magazine, Plünderungsrausch der Bevölkerung", "Antifa-Ausschuß im Dorf", "Nachtwachen im Dorf (vielleicht auch im Mai schon)", "Eintreffen der ersten russischen Soldaten im Dorf (vielleicht auch schon im Mai, aber erst einige Zeit nach der Kapitulation)", "Hunger!" | Tab. Lebenslauf | ||
| 27.05.1945 | Friedegard geboren | Friedegard Hiltrud Petzold, geb. am 27.5.1945 in Hermannsdorf | Geburtsurkunde | ||
| Weitere Eintragungen 1945 | Wohnungsprobleme | "Brief von Bürgermeister Förster (Kündigung der Wohnung)", "Eingabe an Schulrat und Kommandantur wegen Wohnung" | Tab. Lebenslauf | ||
| 15.07.1945 | Friedegards Taufe | außerdem zu diesem Termin notiert: "Flüchtlinge fort" | Tab. Lebenslauf | ||
| August 1945 | Unterwegs | "Pläne betr. Umzug: Tausch mit Löbmann, Scheibenberg", "Hiltruds Fahrt mit Christoph nach Thum" (bei der ich auf dem Bahnhof allein 'quer über die Gleise' gegangen bin nach meiner Erinnerung. CP), "Besuch von Christiane A(nacker?), sie nimmt Michael mit nach Etzoldshain (für einige Wochen)" | Tab. Lebenslauf | ||
| September 1945 | Besuche | "Lehrer Mauersberger erscheint", "Besuch von Albert Bartsch" | Tab. Lebenslauf | ||
| Oktober 1945 | Kantorendienst offiziell | "Komposition der 'Weihnachtsbotschaft' (1. Fassung) für A(lbert) B(artsch)", "Offizielle Übernahme des Kantorendienstes", "Radio verkauft" | Tab. Lebenslauf | ||
| November 1945 | Aktivitäten | "Kirchenchor", "Bibelkreis gebildet" | Tab. Lebenslauf | ||
| An der Schwelle zu 1946 | Bemerkungen | "Bis 1948 auf Wohnungssuche unter dauerndem Druck (Tbc.-Kranker im Schulgebäude). Dazu die Hungersnot - keine Möglichkeit zu Tauschgeschäften oder Hamsterfahrten. Mutter Mitbegründerin einer CDU-Ortsgruppe. Vater wird von Kommunisten bearbeitet, den Bürgermeister-Posten zu übernehmen." | Skizze zum Tab. Lebenslauf | ||
| Kompositionen 1945 | Kantate "Kommt und laßt das Heil euch künden" nach Worten von Albert Bartsch (JP_ID 0646 = "Weihnachtsbotschaft 1. Fassung", veröffentlicht 1991 als Strube Edition 1275) | Werkverzeichnis | |||
| 1946 | Januar 1946 | Krankheit und Stromsperre | "6.1. Weihnachtsmusik", "Hiltrud Venenentzündung", "Stromsperren" | Tab. Lebenslauf | |
| Februar 1946 | Werknotiz | "Kompositionen für Brambach (?)" (offenbar von JP selbst nicht mehr identifizert; CP) | Tab. Lebenslauf | ||
| April 1946 | Hilfswerksantrag | "Dresden, Hilfwerk" | Tab. Lebenslauf | ||
| 18.04.1946 | Aufnahmegesuch in die CDU | "An den Kreisverband der CDUD, Annaberg i. E. Zu meinem Aufnahmegesuch in die CDUD, das ich am 18.4.46 bei Ihnen einwarf, möchte ich heute noch ein schriftliches Zeugnis des Bürgers Willy Hans - Wittgensdorf einsenden. Ich bitte herzlich, mein Gesuch so bald wie möglich weiterzuleiten, damit ich dann die zu meiner eigentlichen Rehabilitierung nötigen Schritte unternehmen kann." | Schreiben vom 20.4.46 und Zeugnis von Willy Hans | ||
| Mai 1946 | Mögliche Kantorenstelle? | "Projekt Falkenstein" | Tab. Lebenslauf | ||
| Juni 1946 | Erfreuliches | "Trinitatis: Finkenburg, Friedegards erste Schritte", "24.6. Johannis-Singen, u. a. Hiltruds Satz 'Jerusalem'", 30.6. Singtreffen in Klaffenbach" | Tab. Lebenslauf | ||
| Juli 1946 | Bettelfahrt und CDU | "Hiltrud und Hans nach Oberlichtenau (Bettelfahrt)", "Unser Einsatz im Dorf zur Gründung einer CDU-Ortsgruppe" | Tab. Lebenslauf | ||
| 26.07.1946 | Gesuch um Rehabilitierung | "An den Sonderausschuss des antifaschistisch-demokratischen Blockes in Sachsen, Dresden", "...Auf Grund dieser Tatsachen glaube ich berechtigt zu sein, meine Rehabilitierung zu beantragen. Trotz meiner nominellen Mitgliedschaft bin ich jedenfalls entschiedener gegen den Nazismus aufgetreten, als zahlreiche Nicht-Pg's. Bei dem demokratisch-antifaschistischen Neuaufbau unseres Lebens möchte ich nicht beiseitestehen." | Gesuch um Rehabilitierung mit 7 Belegen | ||
| ohne Datum | Antwort auf Gesuch um Rehabilitierung | "Sehr geehrte(r) Parteifreund(in)! Nachdem die Rehabilitierungsarbeiten in Dresden praktisch schon seit Monaten ruhten, ist die damit betraute Sonderkommission nunmehr offiziell vollständig aufgehoben. ... Da Sie aber der NSDAP erst nach dem 1.1.1937 beigetreten sind und sich Ihren eigenen Angaben nach nicht aktiv betätigt haben, bestehen für Ihre Entnazifizierung keine Bedenken. ... Mit Unionsgruß Kreisverband der CDU Annaberg." | Rundschreiben des CDU-Kreisverbandes Annaberg | ||
| August 1946 | Gohrisch / Sächs. Schweiz | "Hans nach Dresden - Erholungsaufenthalt in Gohrisch ('Der hat sein Leben')", Hiltrud mit Christoph Bettelfahrt nach Oberli(chtenau?), krank zurück" | Tab. Lebenslauf | ||
| 27.08.1946 | Telegramm nach Gohrisch | "Telegramm an mich, Rückfahrt - Hiltrud schwerkrank, Arzt tippt zunächst auf Nebenhöhlen-Katarrh! Text 'Es springt der Lenz herein' (bei 40 Fieber)" | Tab. Lebenslauf | ||
| 04.09.1946 | Hiltrud mit Thyphus ins Krankenhaus | "Schweres Darmbluten (die rettenden sauren Äpfel!) Erst Nachmittag Krankentransport nach Annaberg. Typhus! Der Arzt hat wenig Hoffnung." | Tab. Lebenslauf | ||
| 11. - 28.09.1946 | Quarantäne | "Hans mit Kindern im Krankenhaus in Quarantäne" "Vater und 3 Kinder 14 Tage Quarantäne im Krankenhaus Annaberg." "Beide Omas kommen." | Tab. Lebenslauf und Skizze | ||
| 13.10.1946 | Rückkehr aus dem Krankenhaus | "Hiltrud nach Hause, sehr geschwächt (beide Omas reisen sogleich ab)" | Tab. Lebenslauf | ||
| November 1946 | Kinder im Heim und anderes | "Kinder nach Göritzhain gebracht (auf wärmste Empfehlung einer Freundin)"; "Treffen in Hüttengrund (u. a. mit Otto Riedel und Paula Jordan)"; "Hans: Stark zunehmende Heiserkeit, Chor fast nicht mehr möglich, letzter Bibelkreis" | Tab. Lebenslauf | ||
| Dezember 1946 | Kinder zurück | "Bei extremer Kälte (15 Grad) Kinder von Göritzhain zurückgeholt (ca. 18 Stunden unterwegs)" | Tab. Lebenslauf und Skizze | ||
| Kompositionen 1946 | Kanons: "Der hat sein Leben am besten verbracht" (JP_ID 0149); "Volle Ähren neigen sich" (JP_ID 0918); "Vertreib nur deine Zeit" Text Hiltrud Petzold, JP_ID 1045); Chorlied für Männerstimmen: "Laß mich gewisse Tritte tun" (JP_ID 1105); | Werkverzeichnis | |||
| 1946 - 1947 | Thyphus, Kehlkopf-Tuberkulose und Meningitis | "Wir wohnten in Hermannsdorf, Krs. Annaberg I. E., wo ich zuletzt als Lehrer tätig gewesen war. Nun versah ich nur noch den Dienst als Organist. 1946 erkrankte meine Frau lebensgefährlich an Typhus. Sie genas, aber meine Tbc., die sich seit 1943 ruhig verhalten hatte, verschlimmerte sich plötzlich in einem Ausmaß, das wir und auch die Ärzte zu spät erkannten. Zu dem Lungen-Prozeß war eine Kehlkopf-Tbc. getreten, für die damalige Lage (1946/47) eine aussichtslose Sache. Ehe ich erfuhr, wie es mit mir stand, hatte sich unser Töchterchen bei mir infiziert. Sie starb 1947 an Meningitis." | Lebenslauf vom 9.8.1964 | ||
| 1947 | Januar 1947 | Neuer Ausbruch der Tuberkulose | "Hans Kehlkopf-Tbc. (jetzt erst vom Arzt zugegeben); Hiltrud Venenentzündung; alle miteinander Grippe" | Tab. Lebenslauf | |
| 31.01.1947 | Kalter Winter | "Brand der Kaninchenställe dicht am Haus, kein Wasser (eingefroren), Wasser in Eimern vom Pfarrhaus durch Schulkinder" | Tab. Lebenslauf und Skizze | ||
| 01. od. 02.02.1947 | Friedegard ins Krankenhaus | Wegen tuberkulöser Meningitis kam die kaum zweijährige Tochter Friedegard ins Annaberger Krankenhaus (CP) | nach Tab. Lebenslauf | ||
| 13.02.1947 | Friedegards Tod | Friedegard stirbt 2:15 Uhr im Annaberger Krankenhaus und wird am 18.(?)2.1947 auf dem Hermannsdorfer Friedhof begraben. | Sterbeurkunde; Tab. Lebenslauf | ||
| 20.02.1947 | Krankenhaus Annaberg | "Hans nach Annaberg ins Krankenhaus" "Ich kam ins Krankenhaus als Asylierungsfall. Kuren wurden damals für so fortgeschrittene Fälle nicht gewährt. Aber wider Erwarten besserte sich mein Befund." | Tab. Lebenslauf und Lebenslauf vom 9.8.1964 | ||
| März / April 1947 | Kinderkrankheiten | "Christoph und Michael Keuchhusten" | Tab. Lebenslauf | ||
| Pfingsten (Mai) 1947 | Beelitz Heilstätten | "Hans nach Beelitz Heilstätten" | Tab. Lebenslauf | ||
| November 1947 | Waldkrankenhaus Spandau | "Hans nach Waldkrankenhaus Spandau, Tbc-Station" | Tab. Lebenslauf und Skizze | ||
| Herbst 1947 | Spendenaktion der Chöre für die Finanzierung der Heilstätten-Aufenthalte | "Und nun trat etwas ein, was ich nur in großer Dankbarkeit erwähnen kann. Seit 1938 hatte ich nach und nach eine Anzahl Chorlieder für den Christlichen Sängerbund geschrieben, eine Vereinigung hauptsächlich freikirchlicher Chöre, die jetzt noch besteht und damals schon eine von der Singbewegung her befruchtete 'fortschrittliche' Linie vertrat (im Gegensatz zu dem in den pietistischen Kreisen dominierenden weichlichen Liedgut). Diesen Chören, über ganz Deutschland verbreitet, war ich wohlbekannt, und als es sich auf Singwochen und Chorleiter-Schulungen herumsprach, wie es mir ging, setzte eine Flut von Geldspenden für mich ein (es war ja noch vor der Währungsreform), die es mir ermöglichte, ein Jahr lang als Selbstzahler in Heilstätten zu leben, erst in Beelitz und dann im Waldkrankenhaus Spandau. Dadurch wurde der Krankheitsprozeß so gebessert, daß ein Jahr später die Operation gewagt werden konnte." | Lebenslauf vom 9.8.1964 | ||
| Dezember 1947 | Krippenspiel | "Hiltrud Krippenspiel in Hermannsdorf (?)" | Tab. Lebenslauf | ||
| Kompositionen 1947 | Zahlreiche Kompositionen, darunter Chorlieder nach Texten von Gerhard Fritzsche, z. B. "Dich, Schöpfer, lobt die ganze Welt" (JP_ID 0187; siehe auch JP_ID 0029, 0880, 0842,1789, 2115); Jahreslosung und Monatssprüche für 1948; Lied mit Klavierbegleitung "Herr, nun sei dir Lob (Loblied im Gebirge)" nach Worten von Kurt Wiegering (JP_ID 0468); Chorlied "Es springt der Lenz herein" (Text Hiltrud Petzold, JP_ID 0340 u. a.); Klavierstück mit dem Motto "Ich suche, mein Kind, dein liebes Gesicht" (JP_ID 1808); Motetten: "Lasset die Kindlein zu mir kommen (Meinem heimgegangenen Kinde)" (JP_ID 1135); "Oster-Introitus und Choral" (JP_ID 1792, unveröffentlicht); Chorlieder "Nun will die Welt die Augen schließen" und "Haß und Neid und Krieg und Streit" (Text Hiltrud Petzold, JP_ID 1791 und 1212); Doppelkanon zur Hochzeit Samuel Rothenbergs: "Liebt euch auf Erden" (Text Matthias Claudius, JP_ID 1211) und anderes. | Werkverzeichnis | |||
| 1948 | Mai 1948 | noch Spandau | "Hans: Kehlkopftbc. fast weg, 'Zauberflöte' mit den Schwestern des Krankenhauses Spandau", darunter auch Schwester Elisabeth Wiechert. Lang andauernde Freundschaft auch mit Hiltrud über Hans' Tod hinaus. (CP) "Anhaltende Kreislaufstörung" (?) | Tab. Lebenslauf, Briefwechsel | |
| Juni 1948 | Rückkehr nach Hermannsdorf | "Hans zurück nach Hermannsdorf (Kehlkopf-Tbc fast verschwunden, aber noch ausgedehnte Lungen-Tuberkulose" "Währungsreform - wann?)" "Unsere Lage ist jetzt folgende: Mitte Juni wurde ich aus dem Waldkrankenhaus Spandau als 'gebessert' entlassen. Ich wollte meine Kur fortsetzen in Beelitz, bin aber durch die Währungsreform daran verhindert. So muß ich hier abwarten, ob nicht doch noch die Sozialversicherung eine Heilstättenkur genehmigt. (...) Meine Tuberkulose ist noch offen, ich bin eine Gefahr für meine Familie, trotz aller Vorsicht." | Tab. Lebenslauf und Skizze; Brief an Wilhelm Buyken, Vluyn, vom August 1948 | ||
| Sommer 1948 | Michael krank, "Bettelbrief" | "Michael ins Krankenhaus Annaberg (Lungenentzündung, Angina, Diphterie)" ""Unser Michael (5 Jahre) liegt im Krankenhaus mit Diphterie. Nachdem voriges Jahr unser 2jähriges Töchterchen an tub. Hirnhausentszündung starb, sind wir immer sehr in Sorge um die Kinder. Gebe Gott, daß keine Komplikationen eintreten! Die Erkrankung unseres Michael hat uns veranlaßt, nun doch einmal eine Reihe von 'Bettelbriefen' loszulassen. Es ist kein Vergnügen, solche Briefe zu schreiben. Wir zögerten lange damit. Aber wir sagten uns, daß wir als Christen doch vielleicht gewiesen sind, uns in allen Notlagen, nächst Gott selbst, auch an Brüder und Schwestern zu wenden." | Tab. Lebenslauf und Skizze; Brief an Wilhelm Buyken vom August 1948 | ||
| 22.10.1948 | Umzug nach Probstzella / Thüringen | "Inzwischen war es jedoch nicht mehr möglich, daß wir länger im Schulhaus von Hermannsdorf wohnen blieben. Ein Freund, der damals Pfarrer in Probstzella war (Pfr. Helmut Lasch), lud uns ein, zu ihm ins Pfarrhaus zu ziehen, damit meine Frau dort später als Gemeindehelferin und ich als Kantor wirken könnte(n). So siedelten wir Ende 1948 nach Probstzella über. Bald mußte ich jedoch wieder in klinische Behandlung gehen. Diesmal wurde, da sich das Krankheitsbild im ganzen gebessert hatte, eine Heilkur genehmigt." "Situation dort schwierig" "Probstzella war das trübste Kapitel unseres Wohnens (im dortigen Pfarrhaus!)..." In Probstzella lebte seit langem ein Bruder von Hiltruds Mutter, Onkel Paul, mit seiner Familie. Er war Eisenbahner, und wir Kinder hörten ihm gern zu und liebten ihn. (CP) | Lebenslauf vom 9.8.1964 und Ansprache zum 70sten Geburtstag 1982 | ||
| Kompositionen 1948 | Chorlieder: "Ich liege, Herr, in deiner Hut (Text Jochen Klepper, JP_ID 1864); "Daß wir deine Herrlichkeit (Text Gerhard Fritzsche, JP_ID 0120), "Der Tag geht müd von hinnen" (Text Gerhard Fritzsche, JP_ID 0172); Chorlieder für Männerchor: "Ich will mich fügen" (Text Gerhard Fritzsche, JP_ID 1277), "Der Tag entschwand" (Text Gerhard Fritzsche, JP_ID 1094), "In den dunklen Stunden" (Text Heinz Meyer, JP_ID 1103); Kantate "Gott wohnt in einem Lichte" (Text Jochen Klepper, JP_ID 1753 unveröffentlicht); "Klingende Kette. Neunzig neue geistliche Kanons" (Hrsg., JP_ID 1066) u. a. | Werkverzeichnis | |||
| 1949 | Frühjahr 1949 | Heilstätte Sommerstein | "Hans nach Heilstätte Sommerstein (Saalfeld)" Dort Besuch von Prof. Dr. Tegtmeyer, der Patienten aussuchte für eine eventuelle Operation in Bad Berka. Zitat Tegtmeyer: "50 % Garantie - das andere wird Ihr Teil!" | Tab. Lebenslauf und ? | |
| Mai (?) 1949 | Heilstätte Bad Berka-München | "Verlegung nach Bad Berka - München" | Tab. Lebenslauf | ||
| Juli 1949 | Große Operation | "Thorakoplastik" "... dem Umstand, daß wir in Thüringen waren, habe ich ich's zu danken, daß der große Lungen-Chirurg Prof. Tegtmeyer mir Mut machte zum Risiko der Thorakoplastik, die dann auch erstaunlichen Erfolg hatte. Man maß ihr damals - wenn sie gelang - eine Lebensverlängerung von 15 Jahren zu. Inzwischen habe ich mehr als das Doppelte hinter mich gebracht." | Ansprache zum 70sten Geburtstag 1982 | ||
| Sommer 1949 | Christoph in Süddeutschland | Ein fremder Mann kam ins Pfarrhaus ... nahm mich mit bis Nürnberg; von dort allein weiter bis Stuttgart. Dort eine Ärztin, die mich auf verschiedene Familien verteilte. Untertürkheim, Feuerbach (?), Calw u. a. Abenteuerliche Grenzübertritte! (CP) | Tab. Lebenslauf und Erinnerungen CPs | ||
| Herbst 1949 | Heilstätte Sommerstein; Joachim Thurm | "zurück auf den Sommerstein" "Dankbar werde ich auch immer bleiben dem 15 Jahre jüngeren Komponisten Joachim Thurm, mit dem ich in der Heilstätte um die Wette komponierte (und) der Erhard Mauersberger auf mich aufmerksam machte. Mauersberger und Bischof Mitzenheim öffneten mir den Weg in den Dienst der Thüringer Kirche." | Ansprache zum 70sten Geburtstag, Briefwechsel, Notenhefte A5 | ||
| Dezember 1949 | Hiltrud auf dem Sommerstein | "Hiltrud Lungenentzündung, auch zum Sommerstein (ca 3 Wochen)" "Bei Christoph und Michael Frau Gertrud Jahn (aus Probstzella) und dann Oma Schaale (aus Scheibenberg)" | Tab. Lebenslauf und Skizze | ||
| Kompositionen 1949 | Motette: "Der Herr ist mein Hirte" (JP_ID 1763, unveröffentlicht); Monatssprüche für das Jahr 1950 (JP_ID 1760); diverse Orgelvorspiele; "Kleine Pfeifermusik" (JP_ID 0671); Chorlieder "Geh hin nach Gottes Willen" (Text J.F.Möller, JP_ID 0374), "Du bist bei mir" (Text Heinrich Reitz, JP_ID 0249); "Und schlagen Urgewalten (Text Hiltrud Petzold, JP_ID 1765), diverse Chorsätze | Werkverzeichnis | |||
| 1950 | 03.01.1950 | Geburt des Sohnes Winfried | "Der Winfried Petzold ist am 3. Januar 1951 in Probstzella geboren." | Abschrift aus dem Familienstammbuch | |
| Frühjahr 1950 | Rückkehr nach Probstzella | "Hans vom Sommerstein entlassen (Tbc. nicht mehr ansteckend)" "Im Frühjahr 1950 wurde ich entlassen. Die Krankheit war zum Stillstand gekommen. An eine berufliche Tätigkeit war aber noch nicht zu denken. Ich war Rentenempfänger und leitete nur den Kirchenchor in Probstzella." | Tab. Lebenslauf und Skizze; Lebenlauf vom 13.8.1964 (sic!) | ||
| Sommer 1950 | Chorarbeit und musikalisches Training | "Chorarbeit in Probstzella" "Christoph auf Thomanerchor vorbereitet" | Tab. Lebenslauf | ||
| Herbst 1950 | Rückblick auf die musikalische Entwicklung während der Krankheit | "In der langen Zeit der Krankheit hatte ich mehrere Lehrwerke über den Tonsatz durchgearbeitet und mich in kontrapunktischen Aufgaben, besonders Choralsätzen, geübt. Nebenbei war eine "Kleine Pfeifermusik" für 2 Holzblasinstrumente entstanden (Bärenreiter). Auch für den christlichen Sängerbund hatte ich weiterhin gearbeitet. Nun setzte die Welle der von den Verlagen veranstalteten Sammelwerke zum EKG ein: die Wochenlieder in Choralsätzen verschiedener Besetzung, Sammlungen von Choralvorspielen und anderes. Für nahezu alle Veröffentlichungen wurde ich zur Mitarbeit aufgefordert. - In diese Zeit fällt auch mein Eintritt in die Neue Bachgesellschaft." | Lebenslauf vom 13.8.1964 | ||
| Kompositionen 1950 | Melodien: "Wie sollen wir die Schlachten schlagen" (Text Otto Riethmüller, JP_ID 991), "Wie der Hirsch nach frischem Wasser" (Text Heinrich Vogel, JP_ID 0977), "Steh auf, steh auf, du Christenheit (Text Gerhard Fritzsche, JP_ID 0881), Es mag sein, daß alles fällt" (Text Rudolf Alexander Schröder, JP_ID 0334), "Der Winter ist ein rechter Mann" (Text Matthias Claudius, JP_ID 0181), "Wir bauen eine Straße bis an den Rand der Welt (Text Josef Bauer, JP_ID 2114); Chorlieder "Herr Christ, du bist vom Vater (Text Gerhard Fritzsche, JP_ID 0448), "Herr Christ will Ostern auferstehn" (Text Werner Bergengruen, JP_ID 0435), viele Chorsätze, einige Kanons | Werkverzeichnis | |||
| 1951 | Familie Rensch | "Nähere Bekanntschaft mit Renschs" Familie Rensch wohnte in der alten Schule des Nachbardörfchens Zopten bei Probstzella. Es entwickelte sich eine intensive Freundschaft zwischen den Familien, die sich in Eisenach fortsetzte, wohin die Eltern Rensch später gezogen sind. Für Hiltrud und Johannes war die Freundschaft mit Renschs ein Lichtblick in der sonst als sehr düster empfundenen Zeit in Probstzella (CP) | Tab. Lebenslauf und Erinnerungen CPs | ||
| Oktober 1951 | Kantor in Bad Berka | "Hans als Kantor in Bad Berka, dort zunächst möbliert gewohnt." "1951 nahm ich erstmalig an einer Singwoche in Neudietendorf teil. Herr Landesbischof D. Dr. Mitzenheim und Herr LKMD Prof. E. Mauersberger machten mir dort den Vorschlag, mich um die Kantorenstelle in Bad Berka zu bewerben. Rückblickend bin ich sehr dankbar, daß mir dieser Weg eröffnet wurde." | Tab. Lebenslauf und Lebenslauf vom 13.8.1964 | ||
| Kompositionen 1951 | Kantate "Unser täglich Brot" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0905); Melodien "Laß, Herr Christ, uns auferstehn" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0682), "Das soll mir keiner wehren" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0105); Motette "Ich sah einen Engel fliegen" (JP_ID 0529); Chorlieder "Herr Christ, mach uns zum Dienst bereit" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0441), "Das Kindlein, das Maria hält" (JP_ID 0099); "Sechs kleine Lieder nach Worten von Lotte Denkhaus" (JP_ID 2091, unveröffentlicht) | Werkverzeichnis | |||
| 1952 | Ende April 1952 | Umzug nach Bad Berka | Wohnung im Einfamilienhaus Nordstraße 5, das der Kirchengemeinde gehört (CP) | Tab. Lebenslauf | |
| Sommer 1952 | "Viel Besuch..." | Tab. Lebenslauf | |||
| September 1952 | Christoph zum Thomanerchor | Nachdem ich die Hauptprüfung nach einem Jahr wiederholt hatte (das erste Mal war ich nur Anwärter gewesen), wurde in in den Thomanerchor unter dem Kantor Günther Ramin aufgenommen. Nach Ramins Tod 1956 erlebte ich dort Ekkehard Tietze als Interimsleiter und ab 01.04.1957 Kurt Thomas bis zu meinem Abitur 1959. Im Rückblick staune ich, wie es meinem Vater gelang, mich soweit zu bringen. Und ich bin dankbar, daß er - auf Drängen von Hiltrud - mir diesen Weg eröffnet hat. (CP) | Tab. Lebenslauf und Briefwechsel | ||
| 16.11.1952 | Winfrieds Tod | "Unser Anfang in Bad Berka war überschattet von dem plötzlichen Tod unseres im Januar 1950 geborenen Winfried (gestorben an Herzschlag im November 1952). Im September war Christoph zum Thomanerchor nach Leipzig gegangen, so daß wir nur noch den damals 10-jährigen Michael zu Hause hatten." | Lebenslauf vom 13.8.91964; evtl. noch Papier von Hiltrud | ||
| 09.12.1952 | Verleihung der Dienstbezeichnung Kantor | "Der Landeskirchenrat hat inseiner Sitzung vom 1. Dezember 1952 beschlossen, dem im Dienst der Kirchgemeinde Bad Berka stehenden Organisten und Chorleiter Johannes Petzold gemäß § 3 der Verordnung über die Dienstbezeichnung der Kirchenmusiker die Dienstbezeichnung Kantor zu verleihen." | Verleihungs-Urkunde vom 9.12.1952 | ||
| 24.12.1952 | Christvesper in Bad Berka | Aufführung der Weihnachtskantate "Kommt und laßt das Heil euch künden" (Erste Fassung der "Weihnachtsbotschaft" von 1945) | Berkaer Programme | ||
| 1952 bis 1963 | Kantorendienst in Bad Berka | "Von 1952 bis zu meiner Übersiedlung nach Eisenach 1963 habe ich in Bad Berka das Kantorenamt versehen und dort Erfahrungen sammeln können für den kirchemusikalischen Dienst in den Verhältnissen einer kleinen Gemeinde, die aber doch als Kurort einige Ansprüche stellt. ... Im Laufe der Zeit arbeitete ich mich in Bad Berka gut ein. Im Hinblick auf meine verminderte Einsatzfähigkeit (ich gelte auch jetzt noch als 70% schwerbeschädigt) hatte ich nur den kirchenmusikalischen Dienst zu tun, ohne Christenlehre. Neben dem Kirchenchor baute ich einen Kinderchor auf, der in den letzten Jahren zu einer Kinder-Kantorei wurde (fast alle spielten Blockflöte oder Geige), als Vorschule dazu eine 'Kindersingstunde' für die kleineren Kinder. Auch eine Instrumentalgruppe fand sich zusammen. Als Fachberater für die Superintendentur führte ich Chortreffen und Orgelunterricht durch." | Lebenslauf vom 13.8.1964 | ||
| Kompositionen 1952 | Chorlieder "Wir wachsen für den Schnitter" (Text Lotte Denkhaus, JP_ID 1021), "Das Jahr ging hin" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0097), "Was trotzest du, Mensch" (Text Paul Thomas, JP_ID 0945); Melodien "Lobe den Herrn, meine Seele (JP_ID 0698), "Ich hab mein karges täglich Brot" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0517); Motette "Ich bin das Brot des Lebens" (JP_ID 0508) u. a. | Werkverzeichnis | |||
| 1953 | 18.06.1953 | Anstellungs-Vertrag | "Herr Kantor Johannes Petzold wird vom 1. Mai 1952 ab als hauptamtlicher Kirchenmusiker der vorbezeichneten Kirchgemeinde (Bad Berka, CP) und der Kirchgemeinde Hetschburg angestellt und übernimmt als solcher den Organisten- und Chorleiterdienst nach Maßgabe der kirchlichen Vorschriften." | Vertrag vom 18.6.1953 | |
| November 1953 | Reise nach Mühlheim / Ruhr | "Mühlheim / Ruhr (mit Michael)" | Tab. Lebenslauf | ||
| 05.11.1953 | Besonders wertvoller Kunstschaffender | "Bescheinigung: Herrn Johannes Petzold, Kantor in Bad Berka, Nordstr. 5, wird hiermit die Eigenschaft als besonders wertvolle(r) Kunstschaffende(r) zuerkannt. Nach den z. Z. geltenden Bestimmungen ist er/sie somit berechtigt, Lebensmittelkarten der Gruppe 2 zu empfangen. (...) Erfurt, den 5.11.53 Rat des Bezirkes Erfurt Abt. Kunst und kulturelle Massenarbeit und Abt. Handel und Versorgung (Unterschriften)" | Bescheinigung vom 5.11.1953 | ||
| Kompositionen 1953 | Lieder "An dem Kreuze, da du hangest" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 1304), "Die Welt hält über Gott Gericht" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 1303); Zwei Lieder für Sopran und Harfe nach Texten von Arno Pötzsch: "O wie lieb ich dich (Einfältige Sternschau)" und "Mein Herz, was dir begegnen (Kleines Trostlied)" JP_ID 0729 und 0821, beide unveröffentlicht); Chorlied "Warum trägst du deine Sorgen" (Text Fritz Woike, JP_ID 0941); Melodie und mehrere Chorsätze dazu: "Wir sind noch in der Hütten" (Text Rudolf Alexander Schröder, JP_ID 1009); Motette für Männerchor und Sopran-Solo "Kommt her, ihr seid geladen" (JP_ID 1104), Orgelvorspiele zum EKG, Sätze für "Das Graduallied I und II", "Geistliche Zwiegesänge" u. a. | Werkverzeichnis | |||
| 1954 | 08.01.1954 | Geburt des Sohnes Dietrich | "Dietrich geboren" | Tab. Lebenslauf | |
| Februar bis Pfingsten 1954 | Heilstätte Bad Berka | "Hans in Heilstätte Bad Berka" "2/54 - 6/54 Heilstätte Bad Berka wegen Kehlkopftuberkulose" | Tab. Lebenslauf; Bescheinigung der Kreisstelle für Tbc Eisenach | ||
| Kompositionen 1954 | Melodie "Gott schuf aus Lieb die Welt" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 1878); Chorlieder "Nur treu, nur treu" (Text J.J.Moser, JP_ID 1693); "Ich will dem Herren singen" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0547 u.a.), verschiedene Sätze zu "Die Nacht ist vorgedrungen"; Chorsatz "Ihr lieben Christen, freud euch nun" (JP_ID 1196), Melodie und Satz für Männderchor "Der Herr ist mein Hirte" (Nachdichtung von R.A.Schröder, JP_ID 1098); Begleitsätze zu Weihnachtsliedern (JP_ID 0859 u.a.); Orgelvorspiele für die Brüdergemeine (JP_ID 2023); zahlreiche Sätze für Posaunenchöre | Werkverzeichnis | |||
| 1955 | Kompositionen 1955 | Kantate zur Weihnacht "Fröhlich soll mein Herze springen" (JP_ID 0677); Vier fröhliche Singwochenkanons für Neudietendorf (JP_ID 2062); Gesang für Altstimme und Orgel "Seid fröhlich in Hoffnung" (J_ID 1843, unveröffentlicht); Zwei Motetten für Männerchor "Wer mich bekennet vor den Menschen" und "Wer mir will nachfolgen" (JP_ID 1097 und 1096, beide wohl unveröffentlicht); mehrere "Orgelchoräle zum Graduallied" | Werkverzeichnis | ||
| 1956 | Kompositionen 1956 | Kantaten: "Wie lieblich ist der Maien" (JP_ID 0982), "Die Weihnachtsbotschaft" (Text Albert Bartsch, JP_ID 0233); Chorlied "Brich ein, o Gott" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 1845 u.a.); Motetten "Siehe, das ist Gottes Lamm" (JP_ID 1087), "Wie heilig ist diese Stätte" (JP_ID 0981); Chorlieder: "König aller Zeiten" (Text Walter Baudert, JP_ID 0639 u.a.), "Herr, dir sei Preis" (Text Karl Brockhaus, JP_ID 0457); (Halleluja)sprüche: "Ich will den Herrn loben" (JP_ID 0550) und "Die den Herrn fürchten" (JP_ID 0189), "Alles Land bete dich an" (JP_ID 0023), "Lobe den Herrn, meine Seele" (JP_ID 2075); Kleine Partita für Klavier "Fröhlich soll mein Herze springen" (JP_ID 0367); Kompositionen für Liedblätter und "Das junge Chorlied" | Werkverzeichnis | ||
| 1957 | 31.10.1957 | Kirchenmusikdirektor | "In Anerkennung seiner verdienstvollen Tätigkeit zur Förderung der Kirchenmusik in der Stadt Bad Berka und seiner Wirksamkeit auf dem Gebiet der Komposition geistlicher Chorwerke wird ... dem Kantor Johannes Petzold in Bad Berka die Dienstbezeichnung Kirchenmusikdirektor ... verliehen. Eisenach, den 31. Oktober 1957 Der Landeskirchenrat der Ev.-Luth. Kirche in Thüringen D. Mitzenheim" | Verleihungs-Urkunde | |
| 06.11.1957 | Gasthörer an der Franz-Liszt-Hochschule Weimar | "Einige Jahre lang konnte ich als Gasthörer am Tonsatz-Unterricht von Prof. Cilensek an der Weimarer Musikhochschule teilnehmen. Ich verdanke ihm viel, auch in methodischer Hinsicht. Im Orgelspiel bildete ich mich weiter bei Kantor Johannes Schäfer, Erfurt, Lehrer an der KM-Schule Halle." | Studenten-Ausweis und Lebenslauf vom 13.8.1964 | ||
| Kompositionen 1957 | Chorlied "Wach auf vom Schlaf" (Text Fritz Woike, JP_ID 0930); Lied "Und ob die Nacht auch bange" (Text Fritz Woike, JP_ID 0902); Drei Songs nach Eugen Roth (JP_ID 1339, 1881, 1882, unveröffentlicht); Musik für ein Weihnachtsspiel in Bad Berka (JP 1330 - 1338, unveröffentlcht); Chorlied "Singt dem Herrn ein neues Lied, lobet Gott" (Text Martha Müller-Zitzke) und Spruch für vier gleiche Stimmen "Singt, singt, singt dem Herrn" (JP_ID 0860 und 0861); Chorsatz "Sei Lob und Ehr" (JP_ID 0845) | Werkverzeichnis | |||
| 1958 | 02.06.1958 | Tätigkeitsbericht für die Kirchenvisitation am 8./10.6.58 | Gliederung: "I. Tätigkeit in der Ortsgemeinde; II. Tätigkeit als Fachberater für die Sup(erintendentur) Blankenhain; III. Weitere Tätigkeiten", darunter "Mitarbeit bei den Chorleiterrüstzeiten von H. Prof. Mauersberger in Friedrichroda und Neudietendorf" | Tätigkeitsbericht vom 2.6.58 | |
| 28.09.1958 | Abendmusik in Bad Berka und Kranichfeld | "Abendmusik der Kirchenchöre Kranichfeld und Bad Berka", u. a. (Erst-)Aufführung mehrerer doppelchöriger Motetten von Johannes Petzold: "Sei Lob und Ehr", "Es mag sein, daß alles fällt", "Jauchzt, alle Lande". Außerdem von JP: "Dich, Schöpfer, lobt die ganze Welt", "Er weckt mich alle Morgen" (Satz für Frauenchor), "Nun lob mein Seel den Herren" - Das gleiche Programm am 14.9.1958 in Kranichfeld - Spätestens seit 1957 gibt es eine intensive freundschaftliche Zusammenarbeit mit dem Kranichfelder Kantor Alfred Kahlert. (CP) | Berkaer Programme | ||
| Kompositionen 1958 | Kanon "Singet, singet, singet dem Herrn ein neues Lied" (JP_ID 0858); Motette "Kündlich groß ist das Geheimnis" (JP_ID 0635); Motette für zwei vierstimmige Chöre: "Jauchzt, alle Lande" (JP_ID 0592); Weihnachtsmotette "Ermuntre dich, mein schwacher Geist" (JP_ID 0312); Chorlied für Frauenchor "Aus der Hölle Banden" (Text Rudolf Alexander Schröder, JP_ID 0050); einige Volksliedsätze für das 19. Thüringer Singheft; viele Bläsersätze zum EKG; Kanon "Der Pessimist (Unfruchtbarer Boden)" (JP_ID 0166) | Werkverzeichnis | |||
| 1959 | Kompositionen 1959 | Kantate "Geh aus, mein Herz" (JP_ID 1042); Motette "Sehet auf und erhebet eure Häupter" (JP_ID 0840); Kanon "Eine gute Tour ist" (JP_ID 297); Chorlied "Daß Jesus siegt" (Text Johann Christoph Blumhardt, JP_ID 0114 und folgende); "Ballade von Gustav Flink" (Text Klaus Peter Hertzsch, JP_ID 1633, unveröffentlicht); Entwurf einer Psalmmotette für zwei gleichstimmige Chöre "Lobet, ihr Himmel, den Herrn" (JP_ID 1628, unveröffentlicht); Lieder "Wer warst du, Herr" (Text Jochen Klepper, JP_ID 0976); "Nun öffnet euch, Himmel" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0778), "Ich hab so manchen Tag gewacht" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0518); Chorlieder "Singt Gott, lobsinget seinem Namen" (Text Jochen Klepper, JP_ID 0863), "Ich freue mich, daß du mich hörst" (Text Heinrich Vogel, JP_ID 0515); "Es will Abend werden" (Text Bernhard Schott, JP_ID 0344); Melodie "Gott füllt den Himmel und das Meer" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0390) | Werkverzeichnis | ||
| 1960 | Kompositionen 1960 | Melodien "Jesus liebt mich" (Text Johannes Petzold, JP_ID 0613), "Jesus Christus, unser Meister" (Textdichter unbekannt, JP_ID 1603, unveröffentlicht); Chorlieder "Gott wohnt in einem Lichte" (Text Jochen Klepper, JP_ID 0414), "Du füllst den Himmel und das Meer (Anbetung)" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 1599, unveröffentlicht); "Der Winter ist ein rechter Mann" (Text Matthias Claudius, JP_ID 0180); Motetten: Der Herrr ward aufgehoben gen Himmel" und "Der Herr ward gehorsam bis zum Tode" (JP_ID 0157 und 0158), Kanon "Willst du, daß wir mit hinein" (Text Friedrich Rückert, JP_ID 1613); Doppelkanon "Wo man singt, daß alles klingt" (JP_ID 1031); diverse unveröffentlichte Melodien und Sätze zu Kinderlieder; Musik für den Kinderchor, zum Erntedankfest und zur Christvesper Bad Berka (JP_ID 1579 - 1596, unveröffentlicht), diverse Chor- und Bläsersätze | Werkverzeichnis | ||
| Zusammenfassung der Kompositionsarbeit der letzten Jahre | "Laufend hatte ich tonsetzerische Aufgaben zu erledigen: Mitarbeit an den oben erwähnten Sammlungen, Chorblattreihen und anderem. Freie eigene Arbeiten erschienen bei der Evangelischen Verlagsanstalt: Die Kantate 'Unser täglich Brot' nach Worten von Arno Pötzsch, die Kantate 'Die Weihnachtsbotschaft', Text von Albert Bartsch, und ein Heft mit 'Motetten aus Kirchenlied und Bibelwort'. Den breitesten Raum innerhalb meiner Arbeiten nehmen die gottesdienstlich gebundenen Stücke ein (Liedsätze, Vorspiele, Spruchmotetten). Daneben stehen, außer den erwähnten Veröffentlichungen, Chorlieder nach zeitgenössischen Texte (hauptsächlich enthalten im 'Jungen Lied' und in dessen Weiterführung, im 'Jungen Chorlied' - Verlag Merseburger), einige Motetten (Merseburger, Hänssler, Evangelische Verlangsanstalt), etliche Choralpartiten für Bläserchöre, Kanons und einige unveröffentlichte Kantaten." | Lebenslauf vom 13.8.1964 | |||
| 1952 bis 1961 | Zusammenfassung der Zeit in Bad Berka | "Dankbar bin ich der Gemeinde Bad Berka, in der wir 11 Jahre lang zu Hause waren." (Der Umzug nach Eisenach erfolgte erst 1962, CP) | Ansprache zum 70sten Geburtstag 1982 | ||
| 1961 | 15.02.1961 | Brief an LKMD Erhard Mauersberger | Bemühungen um Wechsel der Arbeitsstelle: "Mir ist in letzter Zeit zunehmend klar geworden, daß ich hier nicht mehr am rechten Platz bin..." Unterrichtstätigkeit und / oder Landessingwart? Mauersbergers Antwort vom 18.02.1061: "Die beiden von Ihnen aufgeworfenen Gedankengänge scheinen mir nicht nur des Nachdenkens, sondern ihrer eventuellen Realisierung wert." | Mappe "Dienstliches B. Berka und Eisenach" | |
| 01.09.1961 | Dozent in Eisenach | "Seit September 1961 bin ich an der Thüringer Kirchenmusikschule als Lehrer für Tonsatz tätig. Es macht mir Freude, weitergeben zu können, was mir im Laufe meiner Jahre zugewachsen ist. Gelegentlich reise ich ins Land, um bei Chortreffen oder anderen Anlässen mit den Versammelten ein Gemeindesingen oder eine fröhliche 'Singstunde ohne Noten' durchzuführen. Meine eigene tonsetzerische Arbeit beschränkt sich z. Zt. auf die Mitarbeit an der Reihe 'Chordienst im Kirchenjahr'." (Die Berufung JPs zum Dozenten für Tonsatz, Musikgeschichte und Gehörbildung steht im Zusammenhang mit dem Weggang Erhard Mauersbergers als Thomaskantor nach Leipzig und der Berufung Herbert Peters zum LKMD und Direktor der Thüringer Kirchenmusikschule. Dadurch wurde dessen Dozentenstelle frei und auf Beschluß des Landeskirchenrates durch JP besetzt. Die Tätigkeit als Singwart erfolgte kommissarisch. Zunächst wohnte JP in einem Zimmer auf dem Hainstein. CP) | Lebenslauf vom 13.8.1964 | ||
| Kompositionen 1961 | Melodie "Geh deinen Weg und klage nicht" (Text Otto Riedel, JP:ID 1559, unveröffentlicht); Entwurf "Gott schuf die Sonne" (Text Christa Reinig, JP_ID 1325, unveröffentlicht); Kinderlieder- und Volksliedsätze, z. B. "In der Welt ists dunkel" (Text Gottfried Frei, JP_ID 0576) und "Ich steh zu dir, Herr Jesu Christ" (Text Ruth Hänssler, JP_ID 0533); Chorlied "Du hast gesagt, du seist das Licht" (Text Dieter Stolze, JP_ID 0275), diverse Chorsätze | Werkverzeichnis | |||
| 1962 | Frühjahr 1962 | Versuch, zu einem PKW zu kommen mit Beschreibung der Situation | "Im Dezember letzten Jahres berichtete ich in einem persönlichen Brief an Herr LKMD Hermann Stern (Stuttgart), mit dem ich von früher her befreundet bin, von meiner neuen Tätigkeit auf dem Hainstein, von der großen Schwierigkeit, in Eisenach eine Wohnung zu finden, und auch von dem Plan einer Tätigkeit als Landessingwart neben dem Dozentenamt. Er bot mir daraufhin die Beschaffung eines Trabant an. Ich brauche mich zunächst nicht darum zu kümmern, die Sache liefe über das Hilfswerk. Als ich nun am 30. Jan. bei Herrn Köhler (dem Leiter des Hilfswerkes; CP) anfragen wollte, ob schon etwas eingegangen sei darüber, teilte er mir mit, die Angelegenheit sei im Aussschuß besprochen und '100%ig abgelehnt' worden. (...) Herr Köhler konnte mir inbezug auf die Wohnung wiederum nicht die geringste Hoffnung machen. Es scheint, daß ich auf nicht abzusehende Zeit in Bad Berka wohnen bleiben muß. (...) Wenn ich nun ohnehin zunächst weiter in B.B. wohnen bleiben muß, so wäre die Ausübung des schon im vergangenen Jahr ins Auge gefaßten Dienstes als Landessingwart von B.B. aus mit Hilfe eines Wagens denkbar günstig wegen der zentralen Lage. Diese nebenamtliche Aufgabe mit meiner Eisenacher Unterrichtsarbeit, die mir freilich die vordringlichere bleiben wird, zu verbinden, ist natürlich erst dann möglich, wenn für B.B. der nachfolger eingesetzt sein wird, da ich den Kantorendienst hier z. Zt. ja noch versehe. Daß ich diese doppelte Belastung seit September gesundheitlich dankenswert gut durchhalten konnte (trotz 70% Schwerbeschädigung), ermutigt mich zu diesem Vorschlag." (Er hat den PKW Trabant bekommen, und dieser wurde im Blick auf den Initiator "Sternchen" genannt; CP) | Skizze eines Briefes an den Landeskirchenrat | |
| Kompositionen 1962 | "Motetten aus Kirchenlied und Bibelwort" (JP_ID 1067); "Geh aus, mein Herz (Kantate zum Sommer)" (JP_ID 0678); Chorlieder: "Ich schreite, Herr, in diesen Tag" (Text Albert Bartsch, JP_ID 1578), "So schließe denn, Herr Jesu, du" (Text Fritz Woike, JP_ID 0869); Kanon "Lobet und preiset, ihr Völker" (JP_ID 0707); Doppelchöriger Bläsersatz zu "Jauchzt, alle Lande" (JP_ID 0591); "Hirtenlieder in eigenen Sätzen" (JP_ID 1823, nicht veröffentlicht) | Werkverzeichnis | |||
| 1963 | 10.06.1963 | Umzug der Familie nach Eisenach | in die Amalienstr. 1 (Wohnung gemeinsam mit einer alleinstehenden Person) | Briefe des LKR vom 10.05.1963 und vom 6.9.1963 | |
| Gemeindesingen, Chortreffen, Singwochen 1963 | Singdienste in Bad Frankenhausen, Buttstädt, Eisenach, Lauscha und Bad Blankenburg | Tätigkeitsbericht 1969 | |||
| Kompositionen 1963 | Kantate "Wunderbarer König" (JP_ID 1314, unveröffentlicht); Melodie und Chorlied "Ich will dem Herren singen" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 1123, 0548); Chorlieder: "Daß unsre Zeit du selbst" (Text Hiltrud Petzold, JP_ID 0116), "Trüg Last und Leid und Schmerzen (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0899, 0898), "An dem Kreuze, da du hangest" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0034); Moderato für Violine und Klavier (JP_ID 1313, unveröffentlicht); zahlreiche Posaunensätze | Werkverzeichnis | |||
| 1964 | 13.08.1964 | Schluß des Lebenslaufes von 1964 | "Ich gehe meinem 53. Geburtstag entgegen, auch meine Frau hat dies Jahr die 50 überschritten. Der 23jährige Christoph steht im 1. theol. Examen in Berlin, Michael (21) lernt als Pfleger im Krankenhaus Ranis, Dietrich (10) kommt in die 5. Klasse. Seit reichlich einem Jahr wohnen wir nun auch als Familie in Eisenach und haben uns hier gut eingelebt." | Lebenslauf vom 13.8.1964 | |
| Gemeindesingen, Chortreffen, Singwochen 1964 | Singdienste in Eisenach, Ohrdruf, Schönau, Bad Blankenburg, Eisenach, Oberellen | Tätigkeitsbericht 1969 | |||
| Kompositionen 1964 | Motette "Wir glauben all an einen Gott (Credo)" (JP_ID 0996); Chorlied "Dies ist der wahre Gottestag" (Text Otto Riethmüller. JP_ID 0247, unveröffentlicht), Choralsätze für einstimmigen Chor und Orgel (JP_ID 0601, 0193, 0776) | Werkverzeichnis | |||
| 1965 | Gemeindesingen, Chortreffen, Singwochen 1965 | Singdienste in Neudietendorf, Sachsenbrunn, Greiz, Walldorf, Bad Liebenstein, Lobenstein, Pößneck-Jüdewein | Tätigkeitsbericht 1969 | ||
| 05.04. - 26.04.1965 | Diakonissenkrankenhaus Eisenach | Aufenthalt (535K) | Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung | ||
| Kompositionen 1965 | Chorlied "Das Letzte ist ein Danken" (Text Heinrich Vogel, JP_ID 0101); Melodien: "Das ist mir lieb, daß du mich hörst" (Text Heinrich Vogel, JP_ID 0094), "Gott wohnt in einem Lichte" (Text Jochen Klepper, JP_ID 1562, unveröffentlicht), "Der Sonne wächst die Pflanze willig zu" (Text Hiltrud Petzold, JP_ID 0169, unveröffentlicht); Chorlied "Lobsinget Gott, lobsingt" (Text Jochen Klepper, JP_ID 0711, 2077); Chorsätze für das 23. Thüringer Singheft "Ihr Kinder Gottes, lobt und preist", Lied "Der Sonne wächst die Pflanze willig zu" (Text Hiltrud Petzold, JP_ID 0168) | Werkverzeichnis | |||
| 1966 | Gemeindesingen, Chortreffen, Singwochen 1966 | Singdienste Eisenach, Tanna, Neustadt/Orla, Gießübel, Pößneck-Jüdewein, Gräfenroda, Gößnitz | Tätigkeitsbericht 1969 | ||
| 17.08. - 13.09.1966 | Tbc-Genesungsheim Neustadt/Südharz | Aufenthalt zur Kur (227) | Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung | ||
| Kompositionen 1966 | Motette "Daran haben wir erkannt" (JP_ID 0083); Spruchmotette "Sehet auf und erhebet eure Häupter" (JP_ID 1548); Chorlied "In jeder Nacht, die mich bedroht" (Text Jochen Klepper, JP_ID 0581); diverse Chorsätze zu Kinderliedern | Werkverzeichnis | |||
| 1967 | Gemeindesingen, Chortreffen, Singwochen 1967 | Singdienste in Saalfeld-Gorndorf, Eisenach, Schnett, Sondershausen | Tätigkeitsbericht 1969 | ||
| Kompositionen 1967 | Chorlied "Du hast mich Jahr um Jahr gesegnet" (Text Lotte Denkhaus, JP_ID 0276); Melodie und Chorsätze zu "Darin ist die Liebe voll" (Text Siegbert Stehmann, JP_ID 0085, 0084, 1551); Motette "Herr, du siehst in mein Herz" (JP_ID 1180, unveröffentlicht); zahlreiche Begleitsätze zu Liedern des EKG; | Werkverzeichnis | |||
| 1968 | Gemeindesingen, Chortreffen, Singwochen 1968 | Singdienste in Ilmenau, Jüchsen, Eisenach, Neudietendorf | Tätigkeitsbericht 1969 | ||
| Kompositionen 1968 | Melodie und Sätze zu "Du bist der Schöpfer unsrer Welt" (Text Frietz Riebold, JP_ID 0257); Chorlieder: "Kleiner Mund, was kannst du tun" (JP_ID 0668), "Schon von Ewigkeiten her" (Text Gerhad Fritzsche, JP_ID 1052); Spruchmotetten: "Siehe, siehe, das ist Gottes Lamm" (JP_ID 0855), "Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt" (JP_ID 0975); Kanons: "Ehre sei Gott in der Höhe" (JP_ID 0292), "Gottes Wege sind voll Licht" (Text Walter Zilz, JP_ID 0425); Kantate "Ein Glaubenslied (Credo-Kantate)" (Text Eberhard Hertzsch, JP_ID 1327, unveröffentlicht), diverse Chor- und Bläsersätze | Werkverzeichnis | |||
| 1969 | 20.03.1969 | Tätigkeitsbericht Singdienste 1963 - 1969 | "Es ging mir bei diesem nebenamtlichen Dienst darum, die Freude am Singen in unserer Kirche neu zu wecken, den Chören und Gemeinden durch ein von innen her belebtes Singen das Gesangbuch wieder lieb und wert zu machen und neuen Liedern den Weg zu bahnen. Bei den Vorträgen und gelegentlichen Aufsätzen zum Themenkreis Neue Lieder (auch in mancherlei Gesprächen mit Kirchenmusikern, Pfarrern und Jugendwarten) war ich bemüht, von den gefühlsmäßigen Urteilen und Vorurteilen weg zu brauchbaren Wertmaßstäben zu gelangen." (Der Bericht erfolgte unaufgefordert angesichts der Ernennung eines hauptamtlichen Singwartes, deren Prozedere ihn offenbar verletzt hat: "Ich darf wohl annehmen, daß meine Tätigkeit dadurch überflüssig geworden ist, und begrüße es, daß Thüringen nunmehr wieder einen Landessingwart hat.") | Tätigkeitsbericht vom 20.03.1969 (ET 33) | |
| Kompositionen 1969 | Kanon "Ich will dem Herrn singen mein Leben lang" (JP_ID 0549); Melodien "Die Menschenjahre dieser Erde" (Text Jochen Klepper, JP_ID 2081, unveröffentlicht); eine neue Melodie zu "Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun" JP_ID 1300); "Missa unisono (Ordinarium für Brodde)" (JP_ID 1342, unveröffentlicht); Lied "Klagt nicht ums herbstliche Sterben" (Text Elfriede Mörlin, JP_ID 1230, unveröffentlicht); Orgelvariationen zu "Es kommt ein Schiff" (JP_ID 1185, unveröffentlicht); zahlreiche Posaunensätze | Werkverzeichnis | |||
| 1970 | 15.01. - 22.02.1970 | Diakonissenkrankenhaus Eisenach | Aufenthalt ohne nähere Angaben | Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung | |
| 24.05.1970 | Chortreffen in Brünn (Pfr. Michels) | Tätigkeitsbericht vom 20.03.1969 | |||
| Kompositionen 1970 | Melodien: "Jesus, deine Augen brachen im Tod" (Text Walter Görnandt, JP_ID 0629, 0623), "O heiliger Geist, o heiliger Gott" (Text Johann Niedling, JP_ID 0805); Melodie "Herr Jesus, dir leb ich" (JP_ID 0452) und andere Kinderlieder; Chorlieder: "Menschen gehen zu Gott" (Text Dietrich Bonhoeffer, JP_ID 0735), "Komm, heiliger Geist" (Text Gertrud Luckau, JP_ID 0654, 0658),"Du hast die Schuld genommen" (Text Reinhard Höhne, JP_ID 0272, 1514), "Gott ist mein Lied" (Text Chr. F. Gellert, JP_ID 0401), "Gottes Geist in dieser Zeit" (Text Erhard Anger, JP_ID 0417); Motette "Du Wort des Lebens (Anbetung)" (Text Elfriede Mörlin, JP_ID 0288); Song "Wie Gott mir, so ich dir" (Text Walter Görnandt, JP_ID 1512); "5 fromme Kinderverse" (JP_ID 1509, 1510); Chorsatz "Die Sonne sprach zum Regen" (Text Johanna Kraeger, Melodie Hiltrud Petzold, JP_ID 1231, unveröffentlicht); Kantate "Gott ist mein Lied" (Text Chr. F. Gellert, JP_ID 1195, unveröffentlicht); einfache Choralsätze für Tasteninstrumente | Werkverzeichnis | |||
| Kompositionen 1971 | Chorlieder: "Einer trag des andern Last" (Text Kurt Müller-Osten, JP_ID 0300), "Das Grab ist leer" (Text Matthias Claudius, JP_ID 0089); Melodie "Faß den Pflug mit fester Hand" (Text Otto Riedel, JP_ID 1877, unveröffentlicht) | Werkverzeichnis | |||
| Kompositionen 1972 | Melodien: "Gottes Volk geht nicht allein (Der neue Geist)" (Text Gerhard Valentin, JP_ID 0092), "Das ist des Herrn Wort an uns (Das neue Gebot)" (Text Gerhard Valentin, JP_ID 0090, 1269), "Vater unser im HImmel" (JP_ID 0910), "Ohren gabst du mir" (Text Paul Ernst Ruppel, JP_ID 0822 und 0823), "Ich bete mit meiner Stimme" (Text Wolfgang Fietkau, JP_ID 0507, unveröffentlicht), "Gott ist am Ende, sagen die Toren" (Text Rudolf Otto Wiemer, JP_ID 0394); Chorlieder: "Herr, die Erde ist gesegnet" (Text Heinrich Puchta, JP_ID 0456), "Wir danken dem, der uns das Leben gibt" (Text Eberhard Hertzsch, JP_ID 1477); Motette: "Wir gingen früh zum Grab hinaus (Osterlied)" (JP_ID 1046); | Werkverzeichnis | |||
| Kompositionen 1973 | Spruchvertonungen: "Acht Chorverse" (JP_ID 1069), "Licht strahlt auf in der Finsternis" (JP_ID 0688) "Ich will dich preisen Tag für Tag" (JP_ID 0555); Chorlieder: "Komm, heiliger Geist" (Text Gertrud Luckau, JP_ID 1863), "Wenn die Bäume froh am Abend" (Text Otto Riedel, JP_ID 1869, unveröffentlicht); Chor- und Begleitsätze: "Wir sahen seine Herrlichkeit" (Text Joachim Schöne, Melodie Theophil Rothenberg, JP_ID 1003) und andere Chor- und Begleitsätze zu neuen Liedern | Werkverzeichnis | |||
| 1974 | 03.01. - 14.01.1974 | Diakonissenkrankenhaus Eisenach | Aufenthalt (455) | Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung | |
| 01.09.1974 | Reduzierung auf 75% Anstellung | "Nachdem Sie ab 1. September 1974 - wie Sie bereits persönlich erklärten und von Herrn LKMD Peter jetzt bestätigt wird - nunmehr noch zu etwa 75% einer vollen Tätigkeit an der Kirchenmusikschule als Dozent beschäftigt sind, erhalten Sie von diesem Zeitpunkt an eine Vergütung in Höhe von 75% der vollen Dienstbezüge." | Schreiben des LKR vom 27.8.1974 | ||
| Kompositionen 1974 | "Nun jauchzt dem Herren, alle Welt" (Junctimsatz, JP_ID 0768), Mehrere "Baukastensätze" zu Weisen des EKG; Melodien: "Nun laß uns nicht vergessen" (Text Ursula Herold, JP_ID 0463), "Fröhlich bin ich in aller Trübsal" (Text Hildegard Hendrichs, JP_ID 0366); Chorlied "Komm, o Jesus, komm, wir waren (Adventslied)" (Text Charles Wesley, JP_ID 1871, 1872, unveröffentlicht); diverse Bläsersätze | Werkverzeichnis | |||
| 1975 | 30.10. - 10.12.1075 | Diakonissenkrankenhaus Eisenach | Aufenthalt (550) | Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung | |
| Kompositionen 1975 | Kantate "Sonnengesang" (Text nach Franz von Assisi, JP_ID 0876), Choralfantasie für Trompete, einstimmigen Chor und Orgel "Ist Gott für mich" (JP_ID 0586), Chorlieder: "Gottes Geist in dieser Zeit" (Text Erhard Anger, JP_ID 0419 u.a.), "Wir treten, Herr, an deinen Tisch" (Text Erhard Anger, JP_ID 1016); Motetten "Die Stillung des Sturms" (JP_ID 0231), "Die Nacht ist vorgerückt" (JP_ID 0228), "Versuchung" (Entwurf, JP_ID 1460); Melodie "Das Kreuz ist aufgerichtet" (Text Kurt Ihlenfeld, JP_ID 1349); Kanon "Laß mich frühe hören deine Gnade" (JP_ID 0685) | Werkverzeichnis | |||
| Kompositionen 1976 | Chorlieder: "Kein Mensch hat dich gewollt" (Text Albert Bartsch, JP_ID 0675), "Komm zu uns, Herr, im Schöpferwort" (Text Julie Hausmann, JP_ID 0666), "Jesus, deine Augen brachen" (Text Walter Görnandt, JP_ID 0626) "Herr, unser Herrscher" (Text Johannes Petzold, JP_ID 0475 u.a.), "Du bist der Weg, auf dem wir schreiten" (Text Albert Bartsch, JP_ID 0262) "Ich will dem Herren singen" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 1383); Chorsatz "Holz auf Jesu Schulter" (Text Willem Barnard, Mel. Ignaz Sutter, JP_ID 0502), "Wir glauben dich, Gott" (Text Lothar Petzold, JP_ID 0997), "Nun siege selbst, du Freudenruf" (Text Theophil Funk, JP_ID 0781); Melodien "Herr, du kennst das Nein in meinem Leben" (Text Dresdner Jugendpfarramt und JP, JP_ID 0459), "Prüf mich, Gott, und frage" (Text Matthias Müller, JP_ID 0826) ; Zahlreiche Intonationen und Orgelvorspiele für die Ev.-method. Kirche | Werkverzeichnis | |||
| 1977 | 07.03. - 03.04.1977 | Diakonissenkrankenhaus Eisenach | Aufenthalt (550) | Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung | |
| 12.03.1977 | Interviews mit mir selbst | Beginn der "Interviews mit mir selbst", im Krankenhaus geschrieben; am 15.03.1977 Operation; am 24.03.1977 notiert: "Und dem Text von Lothar Petzold 'Wenden wir uns zu Gott' habe ich eine Melodie gegeben, eine sehr einfache - nur annähernd so wie meine ersten (nicht aufgeschriebenen) Entwürfe." Am 25.03.1977 Entlassung aus dem Krankenhaus. | Interviews mit mir selbst | ||
| August 1977 | Reise nach Stuttgart | Interviews mit mir selbst | |||
| 31.10.1977 | Versetzung in den Ruhestand | Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung | |||
| Kompositionen 1977 | Melodien: "Wir glauben dich, Gott" und "Wenden wir uns zu Gott (Umkehr)" (Text Lothar Petzold, JP_ID 0999 und 1299); Chorlieder: "Du bist der Ewig-Eine" (Text Arno Pötzsch, JP_ID 0250), "Herr, du hast deiner Liebe Zeichen" (Text Albert Bartsch, JP_ID 1451, unveröffentlicht); Lieder: Zwei Solo-Strophen mit Begleitung zu "Die Nacht ist vorgedrungen" (Text Jochen Klepper, JP_ID 0216, unveröffentlicht); Stücke zum Worpsweder Hirtenspiel (Text Manfred Hausmann, JP_ID 1199, 1449, 1448, unveröffentlicht); zahlreiche Intonationen und Orgelvorspiele für "Gemeindelieder", Begleitsätze zu dem Volksliederbuch "Zu guter Stunde" und zu "Das Große Buch der Weihnachtslieder", Hännsler ("Komm, wir gehn nach Bethlehem", EVA) | Werkverzeichnis | |||
| 1978 | 27.12.1978 | Evangelische Akademie Thüringen | Seit Dezember 1978 gibt es Briefwechsel mit Dr. Ludwig Schreiner (Jena), Pfarrer Perlick (Seebergen) u. a., Tagungen der Ev. Akademie Thüringen betreffend. Manche Texte von JP sind für Akademie-Tagungen entstanden. Offenbar war Johannes Petzold einige Zeit auch Mitglied des Beirates. Letzte Briefe dazu aus dem Jahr 1984 (CP) | Mappe Ev. Akademie Thüringen | |
| Kompositionen 1978 | Geistliches Konzert "Lobe den Herrn, meine Seele" (JP_ID 0697); Lied: "Die Kleinen bücken sich (In Bethlehem)" (Text K. Häußler, JP_ID 1242); Kanon "Ich will dich segnen" (JP_ID 0554, unveröffentlicht); Phantasie für Klavier "Geh aus, mein Herz" (JP_ID 1918, unveröffentlicht); zahlreiche Bläsersätze für "Mit hellen Posaunen III" | Werkverzeichnis | |||
| 1979 | 23.01.1979 | Aufnahme ins Diakonissenkrankenhaus | Am 30.01.1979 Operation (Darmkrebs); am 08.02.1979 Entlassung aus dem Krankenhaus | nach Interviews mit mir selbst | |
| Herbst 1979 | Bemühungen um Übersiedlung in die BRD | Seit Herbst 1979 gibt es einen regen Briefwechsel mit westdeutschen Pastoren und Kirchenmusikern in Bockenem, Kassel, Sontra und Bad Hersfeld. Es geht um Wohnung, Kantorendienst und evtl. Beteiligung an Kursen der Kirchenmusikschule Schlüchtern. Hintergrund ist wohl die schlimme Wohnsituation in Eisenach (keine eigene abgeschlossene Wohnung). Aber auch ungelöste Spannungen innerhalb und außerhalb der Familie spielten eine nicht unwesentliche Rolle. Deshalb wurde die Mappe, in der die entsprechenden Unterlagen gesammelt sind, wohl schon in Zeiten der DDR mit dem Begriff "Flucht"planung versehen, wobei nur die "Flucht" in Anführungszeichen steht. Nachträglich gesehen erscheint diese Bezeichnung in ihrer Verbindung von Ehrlichkeit und Unvorsichtigkeit höchst riskant angesichts staatlicher Überwachungsmöglichkeiten. (CP) | Mappe "Fluchtplanung" | ||
| 12.11.1979 | Absage der Mitarbeit im neuen Gesangbuchausschuß | "Seit Jahren arbeite ich mit in dem Gesangbuchausschuß, den seinerzeit das Kirchenchorwerk einberufen hat. Dieser 'alte' GBA soll nun abgelöst werden durch einenen neuen, welchen die Kirchenleitungen beschicken. (...) Offenbar hat man angenommen, daß ich automatisch auch in dem neuen Ausschuß weiter mitarbeite, und eine Rückfrage bei mir nicht für nötig gehalten. Ich wiederum war mir im klaren darüber, daß ich nicht wieder mitmache. (Hauptgrund: 'Gesangbuch 2000' ist eine Arbeit auf lange Sicht; dazu gehören jüngere Mitarbeiter. Daneben habe ich aber auch noch eine Reihe anderer Gründe.)" | Brief an Landesbischof Leich vom 12.11.1979 | ||
| Kompositionen 1979 | Motette "Von allen Seiten umgibst du mich" (JP_ID 0925); Chorlied "Über dem Dunkel verworrener Zeit" (Text Käte Walter, JP_ID 0900); Kirchensonate "Herzlich lieb hab ich dich" (JP_ID 0490); "Der 138. Psalm plattdeutsch" (JP_ID 1261, unveröffentlicht); Lied "In ihr Maushaus (LIedchen)" (Text Franz Fühmann, JP_ID 1226); diverse Chorsätze und Choralvorspiele für Orgel | Werkverzeichnis | |||
| 1980 | Frühjahr 1980 | Kontakte mit Bad Hersfeld und Sontra | Zahlreiche Briefe, Notate zu Telefonaten, Hinweise auf Besuche mit Kirchen- und Wohnungsbesichtigungen, Stadtplan von Bad Hersfeld, Adressenlisten usw. | Mappe "Fluchtplanung" | |
| 28.07.1980 | Bescheinigung der Kreisstelle für Tbc Eisenach | "Hierdurch wird bescheinigt, daß der o. G. laut seit 11/48 vorliegender Krankenakte, von 1947 bis Ende des Jahres 1951 wegen ansteckungsfähiger Lungentuberkulose arbeitsunfähig war. (...) Seit dem letzten Heilverfahren keine Ansteckungsfähigkeit mehr; ab 7/57 wurde die Tbk als inaktiv beurteilt." "Zustand nach Thorakoplastik wegen Lungen-Tuberkulose mit schwerer Thoraxdeformierung, obstruktives Lungenemphysem, schwere Lungenfunktionseinschränkung. - Besserung nicht zu erwarten!" | Bescheinigung der Kreisstelle und Notiz zur Befreiung od. Ermäßigung der Kfz-Steuer im Sozialausweis | ||
| 28.10.1980 | Antrag auf Übersiedlung in die BRD | "Wir (meine Ehefrau Hiltrud P. und ich) sind beide Altersrentner. Wir beabsichtigen die Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland. Die Gründe sind persönlicher Art. (...) Die kurhessische Landeskirche hat mich gebeten um Mitarbeit bei Ausbildungskursen für nebenamtliche Kirchenmusiker. (...) Hinzu kommt, daß wir uns für unser Alter eine zusammenhängende und abgeschlossene Wohnung wünschen. (...) Eine Wohnung ... steht in Bad Hersfeld für uns bereit." Zum Antrag wurden auf Veranlassung des Rates des Kreises Eisenach die Stellungnahmen der drei in der DDR lebenden Söhne zum Ausreisebegehren der Eltern nachgereicht. | Mappe "Fluchtplanung" | ||
| 18.11.1980 | Ablehnung des Antrages | "Am 18.11.80 wurde uns von Herrn Stobbe mündlich eröffnet, daß unser Antrag abgelehnt sei." | Mappe "Fluchtplanung" | ||
| Kompositionen 1980 | Motette "Lobet, ihr Himmel, den Herrn" (JP_ID 0710); Chorlieder: "Jesus sucht Leute" (Text Heinrich Vogel, JP_ID 0617), "Alles, was Odem hat" und "Herr, unser Herrscher" (Text nach Psalmen: Johannes Petzold, JP_ID 0028, 1126), "Daß unsre Zeit du selbst in Händen hältst" (Text Hiltrud Petzold, JP_ID 0115, unveröffentlicht); Melodien "Wir loben dich, Gott" (Text Kurt Marti, JP_ID 1419, unveröffentlicht), "Segne uns, denn wir sind dein" (Text Bernhard Schott, unveröffentlicht); Lied "Bescheiden lebt das Hungerblümchen" (Text Heinrich Waggerl, JP_ID 1200); Kanon "Trau nicht der Zeit" JP_ID 0892), diverse Begleitsätze | Werkverzeichnis | |||
| 1981 | 13.05.1981 | Beschwerde beim Rat des Kreises Eisenach | "Seit der Ablehnung am 18.11.80 und dem Gespräch am 3.2.81 ist von unserer Seite nichts mehr in der Angelegenheit geschehen, Wie ist es dann möglich, daß uns ein Antrag auf Verwandtenbesuch in der BRD, den wir jetzt im Mai geplant hatten, abgtelehnt wird mit der Begründung 'Sie können nicht reisen, Sie haben einen Ausbürgerungsantrag laufen'? In welchem Sinne 'läuft' ein Antrag noch, wenn er von der zuständigen Stelle ausdrücklich abgelehnt wurde und der Antragsteller sich damit zufrieden gibt und eben nicht 'verrückt spielt'?! Und wie sollen wir die damalige Zusicherung von Herrn Stobbe verstehen daß der formlose (!) Antrag keinerlei Konsequenzen für uns hat? Warum läßt man uns nicht reisen? Daß wir etwa illegal 'einfach drübenbleiben', für so töricht sollte man uns nicht halten. Schließlich ging schon aus unserem formlosen Antrag hervor, daß nur eine legale Übersiedlung in Frage gekommen wäre, da uns an Besuchsmöglichkeiten der nächsten Angehörigen in der DDR sehr viel gelegen ist." | Mappe "Fluchtplanung" | |
| 14.07.1981 | Gespräch im VP-Kreisamt | "Wer einen Ausbürgerungsantrag stellt, kann kein Freund unseres Staates sein, auch wenn er dann aus irgendwelchen Gründen den Antrag zurückzieht! Er kann im kaptitalistischen Ausland unseren Staat nicht so vertreten, es es wünschenswert wäre. Reiseverbot nicht für immer. Aber: wenn im Mai erst zurückgezogen, dann 'jetzt noch zu frisch' für neuen Reiseantrag." (Notiz nach dem Gespräch mit dem stellv. Leiter Watzlawek) | Mappe "Fluchtplanung" | ||
| Kompositionen 1981 | Chorlied "Herr, unser Herrscher" (Text nach Psalm 8 Johannes Petzold, JP_ID 0472 und 0474) Kleine Kantaten: "Lobet, ihr Himmel, den Herrn" (Text nach Psalm 148 Johannes Petzold, JP_ID 0708), "Dein ist das Reich" (Text Bernhard Schott, JP_ID 1183, unveröffentlicht); Instrumentalsätze zu Volksliedern: "Vöglein im hohen Baum" (JP_ID 0916), "Geh aus, mein Herz" (JP_ID 0370), "Die Vogelhochzeit" (JP_ID 0232); Volksliedsätze für Geige und Klavier: "Kein Tierlein ist auf Erden" (Text Clemens Brentano, JP_ID 1396), "Vöglein im hohen Baum" (JP_ID 1395), "Es flog ein kleins Waldvögelein" (JP_ID 1237), "Alle Vögel sind schon da" (JP_ID 1236), "Der Kuckuck und der Esel" (JP_ID 1235), "Wenn ich ein Vöglein wär" (JP_ID 1234), "Auf, du junger Wandersmann" (JP_ID 1233), alle unveröffentlicht | Werkverzeichnis | |||
| 1982 | 29.7.82 | Bitte um die Ermöglichung von Besuchsreisen in die BRD | Gleichzeitig Brief an den Rat der Stadt Eisenach und Information für den Bischof Leich: "Seit der Zurückziehung des Antrags sind uns 4 Anträge auf Verwandtenbesuchsreisen (eine in die Schweiz, 3 weitere in die BRD) abgelehnt worden. (...) Ich bitte darum, uns nunmehr Besuchsreisen wieder zu ermöglichen." | Mappe "Fluchtplanung" | |
| Kompositionen 1982 | Mini-Motette zum Auswendigsingen "Singet dem Herrn ein neues Lied" (JP_ID 0856); Lieder "Die Katze und der Hund", "Im Zoo der eingefangne Hai", "Die Raupe" (Text Rudolf Otto Wiemer, JP_ID 0195, 1841, 1842); Chorlied "O klare Sonn, du schöner Stern" (JP_ID 1410, unveröffentlicht), "Wir singen laut in alle Welt" (Text Gotthold Krämer, JP_ID 1012, unveröffentlicht); Melodien: "Komm. falte deine müden Hände" Text Lina Spörl, JP_ID 0665), "Ein neuer Tag ist da" (Text Detlev Block, JP_ID 1405, unveröffentlicht), "Gottes Freiheit findet uns" (Text Jürgen Hebert, JP_ID 2079, unveröffentlicht); Kanon "Von allen Seiten umgibst du mich" (JP_ID 1901, unveröffentlicht); Spruch "Wechselnde Pfade, Schatten und Licht" (Text Albert Bartsch, JP_ID 0947), Chorsätze und Orgelvorspiele | Werkverzeichnis | |||
| 1983 | 08.03.1983 - ? | Volksheilbad Liebenstein | Aufenthalt (465) ohne Entlassungstermin | Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung | |
| Kompositionen 1983 | Melodien: "Immer wieder wird Advent" (Text K. Häußler, JP_ID 0570), "Ich hatte einen Traum" (Text Detlev Block, JP_ID 0519), Herr, wo du wirkst (Neues Tauflied)" (Text Thomas Gärtner, JP_ID 0483, unveröffentlicht); Chorlied: "Herr, mach uns still (Abendmahlslied)" (Text Friedrich Hofmann, JP_ID 0464, unveröffentlicht); Kleine Partita für Orgel: "Kommet, ihr Hirten" (JP_ID 2007, unveröffentlicht); Lied "Auf Straßen und auf Gassen" (Text Otto Riedel, JP_ID 1412, unveröffentlicht); Chorsatz "Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ" (JP_ID 1048); Instrumentalmusik "Aufzug der Tanzbären" (JP_ID 1041, unveröffentlicht); Spruch für Chor und Bläser: "Jesus Christus, gestern und heute" (JP_ID 1411, unveröffentlicht); Begleitsätze für "Neue Lieder" | Werkverzeichnis | |||
| 1984 | 08.03. - 26.03.1984 | Diakonissenkrankenhaus Eisenach | Aufenthalt ohne nähere Angaben | Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung | |
| Juni 1984 | Reise in das Elsaß | "Im Juni erlebten wir 16 Tage im Elsaß, reich an tiefen Eindrücken von Natur, Kultur unsd Geschichte." | Rundbrief vom 31.12.1984 | ||
| August bis November 1984 | Diakonissenkrankenhaus Eisenach | 3 Operationen (Darmkrebs) im Diakonissenkrankenhaus "...bis jetzt - mit Unterbrechungen - 12 Wochen im Diakonissen-Krankenhaus..." | Rundbrief vom 31.12.1984; Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung | ||
| 31.12.84 | Arbeit an den Psalmen | "In letzter Zeit haben mich einige Psalmen besonders bewegt und beschäftigt, indem ich sie in Strophenform übertragen und mit Melodien versehen habe. Aus einem dieser Lieder stammen die ... Verse: 'Laß nicht zuschanden werden mein Hoffen' - unser Hoffen, für uns persönlich und für die so gefährdete Menschenfamilie: wir werden es immer wieder nötig haben, auch 1985 so zu beten." | Rundbrief vom 31.12.1984 | ||
| Kompositionen 1984 | Psalmvertonungen: "Unsre Zuflucht für und für" (Text Bernhard Schott nach Psalm 90, JP_ID 1059), "Herr, mein Gott, ich traue auf dich" (Text Johannes Petzold nach Psalm 71, JP_ID 0466), "Dennoch, Herr, bleibe ich stets an dir" (Text Johannes Petzold nach Psalm 73, JP_ID 0133, 0134, 0135, 1254), "Besser, als ich mich kenne" (Text Johannes Petzold nach Psalm 139, JP_ID 0059, 0060, 2004); "Kantate zum Johannistag: O heiliger Geist" (JP_ID 0679); Kanon "Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben" (JP_ID 1271, unveröffentlicht), Bläsersatz "Ist Gott für mich" (JP_ID 1184) | Werkverzeichnis | |||
| 1985 | 30.11.1984 - 22.01.1985 | Diakonissenkrankenhaus Eisenach | Aufenthalt ohne nähere Angaben | Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung | |
| Letzte Kompositionen bis 19.05.1985 | Melodien: "Gott sandte den Sohn" (Text Hartmut Handt, JP_ID 0408), "Wie die Träumenden werden wir sein" (Text Johannes Petzold nach Psalm 126, JP_ID 0978). "Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras" (Text Johannes Petzold nach Psalm 103, JP_ID 1253); Chorlied: "Herr, mein Gott, ich traue auf dich" (Text Johannes Petzold nach Psalm 71, JP_ID 0467), "Der du die Zeit in Händen hast" (Text Jochen Klepper, JP_ID 0138, 0139, 0140, unveröffentlicht), "Das alte Jahr geht nun zur Ruh" (Text Käte Walter, JP_ID 0086); Spruch "Befiehl dem Herrn deine Wege" (JP_ID 0057), "Leise die Stimme spricht (1. Gebot)" (Text Lothar Petzold, JP_ID 2067, unveröffentlicht); Entwurf einer Melodie: "Meine Seele ist stille zu Gott" (Text Johannes Petzold nach Psalm 62,2, JP_ID 1876); Chorsatz "Weiß ich den Weg auch nicht" (Text Hedwig von Redern, Melodie Hiltrud Petzold, JP_ID 1272) | Werkverzeichnis | |||
| 19.05.1985 | Tod im Diakonissenkrankenhaus Eisenach | ||||
Bei der Rubrik "Kompositionen" handelt es sich um eine Auswahl. Es sind auch nur solche Werke verzeichnet, bei denen eine Datierung vorliegt. Undatiertes fehlt ganz. Auf Chor-, Bläser- und Begleitsätze, Sprüche usw. wurde an dieser Stelle fast ausnahmslos verzichtet.